Du betrachtest gerade Australien 2025 Tag 8: Coober Pedy – Port Augusta

Die Nacht war das Kontrastprogramm zur vorherigen. Wir hatten auf einer Seite die Fenster geöffnet. Auf der anderen hatten wir sie geschlossen gelassen, da es sehr windig war. Gegen Morgen wurde es dann trotz dicker Decke richtig kalt. Als der Wecker klingelte, zeigten unsere Smartphones 10 °C an. Fürs Frühstück mussten wir uns warm anziehen.

Eigentlich hatten wir geplant gestern in Coober Pedy einzukaufen. Durch die Wohnmobilprobleme hatten wir das aber nicht mehr geschafft. Tanken mussten wir vor der Weiterfahrt aber unbedingt noch. Praktischerweise konnten wir an der Tankstelle auch gerade etwas Brot kaufen. Anschließend starteten wir auf dem Stuart Highway Richtung Port Augusta.

Highway closed?

Nach wenigen Kilometern sahen wir ein Schild mit wechselndem Text. Erst ein Datumsbereich, der den heutigen Tag einschloss, dann „Stuart Highway closed“ und dann „Info“ plus eine Telefonnummer. So schnell konnten wir das natürlich im Vorbeifahren nicht alles verarbeiten. Da uns schon Verkehr entgegen gekommen war und wir auch kein Netz mehr hatten, fuhren wir erst mal weiter. Nach ca. 10 km wurde das Schild wiederholt. Wir waren jetzt doch ziemlich verunsichert.

Als wir kurz darauf auf einem Rastplatz ein Auto sahen, fuhren wir ab und quatschten die Leute an. Sie hatten in ihrem Dachzelt auf dem Rastplatz übernachtet und gestern die gleichen Schilder gesehen. Sie wollten in die gleiche Richtung wie wir und waren auch verwirrt. Genau wie wir hatten sie ebenfalls beobachtet, dass es Gegenverkehr gab. Wir beschlossen weiter zu fahren. Irgendwann kam noch ein drittes Schild. Etliche Kilometer weiter sahen wir dann die Rückseite eines solchen Schildes in der Gegenrichtung. Ab dem Punkt waren wir etwas beruhigter. Im Endeffekt konnten wir uns die Schilder nicht erklären, aber Hauptsache wir kamen durch. Straßen für eine Umleitung gibt es nämlich nicht.

Ansonsten war der Weg ziemlich langweilig. Wir mussten einmal links ranfahren, weil uns ein Pilot Car gefolgt von einem Oversize Transport mit einer Baumaschine entgegen kam.

Massenweise tote Kängurus

Den ganzen Tag über lagen am Straßenrand viele tote Kängurus. Total traurig! Anders als bei den bisherigen toten Tieren lagen heute einige auch noch mitten auf der Straße. Wir konnten sie zum Glück immer umfahren, da gerade kein Gegenverkehr kam. An einem Känguru mitten auf der Fahrbahn fraß ein Adler. Er war wohl lebensmüde. Er flog erst weg, als wir schon neben ihm waren, und dann auch noch in unsere Richtung, zum Glück aber knapp an unserem Wohnmobil vorbei.

Die Rastplätze sind hier bei weitem nicht mehr so schön wie im Northern Territory. Aber wenigstens sind welche vorhanden. Einige waren mit Lookouts kombiniert, die uns aber keinen Stopp wert waren. Wir konnten von der Straße das Gleiche sehen und es war nicht besonders spektakulär.

Immer wieder war es sehr windig. Das war vor allem nervig, wenn Road Trains, d.h. LKWs mit drei bis fünf Anhängern, entgegen kamen. Dann mussten wir immer ordentlich abbremsen, um nicht hin und her geschleudert zu werden.

Baustelle mit Pilot Vehicle

Unsere erste Baustelle erlebten wir dann auch noch. Der Verkehr wurde durch eine Ampel geregelt, da nur eine Spur frei war. Wir waren das erste Auto und der Gegenverkehr war gerade unterwegs. Als der Gegenverkehr durch war, entdeckten wir seitlich ein Auto mit Anzeige „Follow Pilot Vehicle“. Das kennen wir schon aus anderen Ländern. Kurz darauf schaltete die Ampel auf grün und das Pilot Vehicle fuhr los. Es leitete uns mitten durch die Baustelle. Danach wurden wir erst mal mehrfach überholt, weil vielen die erlaubten 110 km/h zu langsam waren.

Einkauf

Kurz vor Port Augusta fing es an zu regnen. Wir waren froh, dass wir nur noch die letzten Kilometer mit Scheibenwischern und auf nasser Fahrbahn fahren mussten. In Port Augusta holten wir den gestern verpassten Einkauf nach. Hier gibt es endlich einen Woolworth, leider mit sehr kleinem Parkplatz. Wir parkten auf einem etwas leereren Parkplatz an der Promenade. Das Parken an Supermärkten wird wahrscheinlich den ganzen Urlaub hindurch ein Problem bleiben.

Campingplatz Port Augusta

Nach dem Einkauf fuhren wir zum Campingplatz. Er liegt am Wasser und wir haben auch wie gewünscht einen Waterfront Platz bekommen. Ein Zaun trennt uns allerdings vom Wasser. Das wussten wir schon von Bildern. Und das andere Ufer ist auch nicht sehr attraktiv mit Güterzügen usw. Unser Platz ist der letzte in der Reihe. Dadurch haben wir auf der einen Seite keine Nachbarn, aber dafür ein Häuschen.

Draußen ist es ungemütlich. Wir haben nur noch 17 °C und der Wind ist weiter sehr stark. Die Sonne schaut nur selten heraus und es gibt immer mal wieder einen Schauer. Heute Nacht werden wir auf jeden Fall weniger Fenster öffnen, um nicht wieder zu frieren.

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