Die Nacht war wieder sehr kalt und auch beim Frühstück mussten wir uns warm anziehen. Danach stand die letzte längere Fahrt Richtung Küste an. Es ging von Port Augusta über Adelaide nach Normanville.
Port Augusta – Adelaide
Kurz hinter Port Augusta gerieten wir direkt in eine größere Baustelle. Das Stück danach war dann ziemlich angenehm zu fahren. Immer wieder gab es eine zweite Spur zum Überholen. Später wurde es noch besser. Die beiden Fahrtrichtungen wurden komplett voneinander getrennt und jede hatte zwei Spuren. Dazu war auch nur wenig Verkehr.
Limp Mode
Leider ging unser Wohnmobil aber wieder in den Limp Mode. Da wir vor zwei Tagen nach einem kurzen Stopp meist wieder eine Zeit lang normal fahren konnten, probierten wir das heute wieder und es half tatsächlich.
Trotzdem riefen wir Maui in Adelaide an, da wir praktisch an dem Branch vorbei kamen. Die Dame am Telefon war sehr nett und meinte, wir könnten das Fahrzeug tauschen, wenn eins verfügbar sei. Wir sollten nur die On-Road Assist Nummer anrufen, damit sie prüfen könnten, was verfügbar sei und die Leute in Adelaide beauftragen könnten. Das taten wir. Der Herr in der Leitung war zwar freundlich, aber nicht besonders auf Zack. Wir betonten, dass wir Fähren gebucht hätten und auf keinen Fall ein größeres Wohnmobil nehmen könnten.
Maui Adelaide
Als wir bei Maui in Adelaide ankamen, herrschte Hochbetrieb. Mehrere Leute wollten Wohnmobile zurückgeben oder abholen. Das Personal war aber ziemlich flott und freundlich unterwegs. Als wir nach wenigen Minuten an der Reihe waren, wurde uns – wie befürchtet – ein größeres Wohnmobil angeboten. Wir lehnten ab und der nette Herr von Maui verstand auch unsere Argumentation. Bei den Fährbuchungen bot er noch an zu helfen. Aber er sah genau wie wir auch das Parkplatzproblem mit 1,20 m mehr an Länge.
Normalerweise haben sie auch einen Mechaniker vor Ort. Der war aber gerade im Urlaub. Ersatz gab es nicht. Er versuchte dann noch bei Mercedes einen Termin für uns zu bekommen, aber die waren leider auch ausgebucht. Wir ließen ihn noch prüfen, ob nach unserem Besuch auf Kangaroo Island ein Fahrzeug zum Tausch bereit wäre. Das wäre zwar ein Umweg für uns, aber machbar. Leider ist aber auch das nicht der Fall. Anscheinend sind gerade sieben Wohnmobile dieses Modells in Reparatur, weil sie ein Känguru angefahren haben.
Unser Besuch bei Maui hat sich aber wenigstens dahingehend gelohnt, dass AdBlue aufgefüllt wurde. Das hätte nämlich nicht bis zum Ende unserer Reise gereicht. Wir hätten uns dann irgendwo darum kümmern und die Rechnung einreichen müssen. Außerdem bekamen wir frische Handtücher. So konnten wir uns eine Wäsche sparen. Und wir fragten den hilfsbereiten Herrn noch, ob er mal nach unserer Stufe schauen könnte. Die Dame in Alice Springs meinte ja, dass sie kaputt sei und wir die Finger davon lassen sollten. Sie hatte uns eine Plastikstufe mitgegeben, die wir während der Fahrt immer im Weg haben. Keine Ahnung, was sie gemacht hat, aber heute ließ sich die Stufe auf Anhieb ausfahren. Vielleicht hat sich durch das viele Fahren auf teilweise rauen Straßen eine Blockade gelöst. Wir waren auf jeden Fall froh die Plastikstufe abgeben zu können.
Adelaide – Normanville
Als das erledigt war, machten wir uns wieder auf den Weg. Erst landeten wir auf einer Art Autobahn mit vier Spuren pro Richtung. Dann ging die Straße wie aus dem Nichts in Stadtverkehr mit Ampeln über. Dazu kam eine Baustelle. Wir waren froh, als wir da durch waren. Danach ging es nochmal ein Stück ganz gut voran, bis wir auf eine enge Straße mit vielen Kurven und sehr kaputtem Belag kamen. Zum ersten Mal brauchten wir für einen Streckenabschnitt deutlich länger als vom Navi berechnet. Eigentlich hatten wir die Zeit, wir wollten nur gerne irgendwo anhalten, um zu Mittag zu essen, aber es gab keine Gelegenheiten. Erst in unserem Zielort, Normanville, gab es eine Tankstelle mit großzügigem Parkplatz. Dort aßen wir etwas und tankten.
Einkauf
Im Ort hielten wir an einem RV Parkplatz. Wir trauten unseren Augen nicht, als wir das Schild sahen. Von dort liefen wir zum Supermarkt, um noch etwas Obst zu kaufen. Wir hatten uns gestern nicht getraut mehr zu kaufen, weil man nach Kangaroo Island kein Obst und Gemüse mitnehmen darf, das aus einem Fruchtfliegenausbruchsgebiet kommt. Wenn ein Gebiet auf der Karte rot markiert ist, ist es komplett verboten Obst und Gemüse von dort nach Kangaroo Island einzuführen. Wenn ein Gebiet gelb ist, muss das Obst und Gemüse nach unseren Recherchen „sealed“ sein und man muss einen Kassenbon vorzeigen. Die Karte mit den Markierungen ist auch wenig hilfreich, wenn man durch so dicht besiedeltes Gebiet wie Adelaide fährt und sich dort nicht auskennt. Irgendwas war gelb und kleine Bereiche sogar rot. Wir hatten die Vermutung, dass wir maximal durch das gelbe Gebiet fahren, waren uns aber unsicher. Der nette Herr bei Maui hatte uns aber bestätigt, dass wir auf unserer Route nicht aufpassen müssen. Nur Kartoffeln und Honig seien immer verboten. Beides haben wir nicht dabei.
Normanville scheint ein nettes ruhiges Örtchen zu sein, zumindest außerhalb der Saison. Es gibt viele schöne Grünanlagen, für Parkplätze ist gesorgt und auch die Häuser sehen sehr gepflegt aus.
Campingplatz Normanville
Nach dem Einkauf fuhren wir zum Campingplatz. Auch dort wurden wir an der Rezeption wieder sehr freundlich begrüßt und alle Fragen wurden ausführlich beantwortet. Unseren Wunsch bei Buchung einen Riverside Platz zu bekommen, hatte man ebenfalls berücksichtigt.
Die Dame erzählte uns noch, dass das Wetter für die Saison zu schlecht sei. Im Zentrum hatten wir schon eine sehr frühe Hitzewelle erwischt, die wir eigentlich durch unser Timing vermeiden wollten. Hoffentlich haben wir in den nächsten Tagen mehr Wetterglück. Es sieht aber in der Vorhersage aktuell nicht so aus.
Der Campingplatz passt zum Ort. Alles sieht sehr ordentlich aus und ist großzügig mit viel Grün angelegt.
Wir machten trotz des weiterhin ungemütlich kalten (ca. 14 °C) und windigen Wetters noch einen kurzen Spaziergang am Strand.
Gesellschaft haben wir hier von einigen Enten, was dazu führt, dass man schauen muss, wohin man tritt, und von kleinen Häschen, die leider zu scheu für ein Foto sind.



