Du betrachtest gerade Australien 2025 Tag 11: Kangaroo Island
Echidna

Da wir Hoffnung auf tierische Action hatten, klingelte unser Wecker sehr früh. Nach einem schnellen Frühstück drehte ich direkt eine Runde über den Campingplatz. Unsere Lieblingskoalas fand ich sofort. Sie waren einen Baum weiter gewandert. Sie schliefen aber noch und ansonsten fand ich keine. Dafür sah ich einige Kängurus, unter anderem wieder die Mutter mit ihrem Joey.

Wir gingen noch kurz an der Rezeption vorbei und fragten, ob wir für unsere zweite Nacht den Platz tauschen könnten. Unser Wunschplatz direkt an den Koalas war frei und der Tausch kein Problem.

Flinders Chase National Park

Da insgesamt recht wenig tierische Aktivität war, machten wir uns auf den Weg in den Flinders Chase National Park. Unterwegs stoppten wir kurz am Visitor Center, um uns einen Pass zu kaufen. Wir hatten vorher gar nicht geschaut, wann es öffnet, und standen vor verschlossener Tür. Wir ärgerten uns aber nur kurz, da wir Empfang hatten und man den Pass auch online buchen kann. Und die Buchung war besonders einfach, da für diesen und vier weitere Küstenparks gerade eine Aktion mit kostenlosem Eintritt läuft. Als wir vor Monaten recherchiert hatten, war das auf der Website noch nicht angekündigt. Wir konnten dann direkt weiter zu den Remarkable Rocks fahren. Auf dem Weg hatten wir zwei Kängurus auf der Straße, die sich zum Glück schnell vor uns in Sicherheit brachten.

Remarkable Rocks

Auf dem Parkplatz der Remarkable Rocks stand nur ein einziges Auto, als wir ankamen. Für Wohnmobile gab es sogar wieder einen eigenen Bereich. Die Besitzer des anderen Autos kamen uns nach wenigen Schritten entgegen, sodass wir die Remarkable Rocks für uns alleine hatten. Das war perfekt, um auch einige Fotos vom gesamten Bereich zu machen. Wir gingen schnell näher heran, da wir in der Ferne weitere Autos, Wohnmobile und sogar einen Bus ankommen sahen. Wir schafften es noch Bilder aller lustigen Formationen ohne andere Menschen drauf zu machen. Nach und nach kamen aber immer mehr Leute und man konnte nur noch Detailfotos machen. Leider war der Himmel komplett grau. Mit blauem Himmel im Hintergrund hätten die Felsen bestimmt noch hübscher ausgesehen.

Admirals Arch

Weiter ging es zum Admirals Arch. Der Himmel wurde immer dunkler und es fing an zu regnen. Auch hier gab es immerhin drei Parkplätze für Wohnmobile. Auf dem Weg zum Arch sahen wir einige Seebären. Der Arch ist eigentlich sehr schön, aber im strömenden Regen und bei grauem Meer und Himmel kam er auf Fotos nicht wirklich zur Geltung.

Wir versuchten das Mistwetter noch etwas auszusitzen, aber es wurde nicht besser. Es war auch richtig ungemütlich. Mit Temperaturen regelmäßig unter 15 °C und so viel Regen hatten wir nicht gerechnet und es scheint auch sehr untypisch für diese Jahreszeit zu sein.

Campingplatz

Wir gaben dann auf und fuhren zurück zum Campingplatz. Dort aßen wir zu Mittag und schauten nochmal nach unseren Koala-Freunden. Unsere Lieblinge waren inzwischen umgezogen in den Baum direkt über unserem neuen Stellplatz. Die anderen fanden wir nicht.

Hanson Bay Wildlife Sanctuary Koala Walk

Für 14:30 Uhr hatten wir beim Hanson Bay Wildlife Sanctuary eine Tour gebucht. Am liebsten hätten wir einfach auf eigene Faust Koalas gesucht. Das Gelände ist nicht eingezäunt, aber es ist leider trotzdem nicht erlaubt dort einfach alleine herumzulaufen. Auf der Website hatten wir uns deshalb für einen reinen Koala Walk entschieden. Die Tour war aber leider nicht buchbar. Auf Nachfrage teilte man uns mit, dass sie nur ab und zu angeboten würde. So mussten wir die 90-minütige Guided Koala Walk & Bush Fire Ecology Tour buchen.

Als wir am Parkplatz ankamen, stand bereits ein PKW dort. Wir erkannten zwei Deutsche, die wir heute Morgen schon an den Remarkable Rocks gesehen hatten. Kurz nach uns kam ein weiteres Wohnmobil. Auch dessen Insassen kannten wir schon. Es war eine dänische Familie, die letzte Nacht den Platz neben uns hatte. Wir waren etwas überrascht, dass es hier nur einen Parkplatz gab und kein Häuschen mit z. B. Souvenirshop und Toiletten. Vielleicht gab es so etwas noch nie oder es ist dem großen Feuer 2020 zum Opfer gefallen und nicht wieder aufgebaut worden.

Koalas

Nach einer Weile kam auch unser Guide mit einem kleinen Bus. Wir bekamen eine kurze Sicherheitseinweisung, bei der wir hauptsächlich vor Schlangen gewarnt wurden, und dann ging es los. Wir hatten bei der Ankunft schon überlegt, ob es sich lohnen würde die Bäume um den Parkplatz zu scannen, es dann aber doch gelassen. Es hätte sich gelohnt. Der erste Koala saß praktisch über unseren Köpfen, war aber aus unserer Richtung recht gut versteckt. Von der anderen Seite des Baumes konnte man ihn dafür ziemlich gut sehen.

Nach den ersten Erläuterungen und Fotos gingen wir los. Um uns herum hörten wir von mehreren Seiten Gebrüll. Wir hätten solche Töne nie und nimmer einem Koala zugetraut. Uns wurde erklärt, dass es sich um das Brüllen der Männchen handelt. Dadurch war relativ klar, in welcher Richtung wir ungefähr suchen mussten. Unser Guide hatte auch schon die morgendliche Tour gemacht, dabei einige Koalas gesichtet und sich die Plätze gemerkt. So ging es von Koala zu Koala.

Zwischendurch wurde uns immer wieder Einiges erklärt. Die Fakten zu den Koalas waren interessant, die Erklärungen zu Buschfeuer und Pflanzen nur teilweise. Für unseren Geschmack hätte man den Teil deutlich kürzen können. Oder man hätte einiges davon wenigstens an einem Ort machen können, wo man gerade einen Koala im Blick hatte.

Wir sahen insgesamt ca. 10 Koalas. Die meisten waren ziemlich verdeckt. Einer hatte angeblich einen Joey, den man aber nicht wirklich sehen konnte. Ein anderer war gerade im Gebüsch auf dem Boden unterwegs und kletterte dann etwas hoch. Auf dem Boden konnte man ihn erst nur schlecht durch Äste hindurch sehen. Nachher sah man ihn deutlich besser und es war auch schön, dass er aktiv war. Die anderen waren sehr schläfrig.

Eukalyptus und Wattle

Abgesehen von den Koalas fanden wir es interessant, dass wir Eukalyptus in der Hand zerreiben und dann daran riechen durften. Außerdem zeigte man uns die australische Nationalpflanze Wattle. Die dänischen Kinder sollten ein paar Blätter abreißen und sie dann auf eine bestimmte Art und Weise in ihren Händen bearbeiten. Dann sollten sie ihre Hände unter einen Wasserhahn halten. Und siehe da, plötzlich hatten sie seifige Hände. Von der Pflanze kommen übrigens auch die Farben Gold und Grün, die die australischen Olympioniken und auch viele andere Sportler tragen.

Kängurus

Als die 90 Minuten eigentlich schon vorbei waren, wurden wir gefragt, ob wir Zeitdruck hätten, da wir etwas in Verzug seien. Nachdem das nicht der Fall war, berichtete unser Guide uns noch etwas über Kängurus und bat uns anschließend in ihren Bus zu steigen. Die Dame fuhr uns über sehr holprige Pisten vorbei an einigen Kängurus und Wallabys. Leider durften wir dort nicht aussteigen, weil sie dann direkt flüchten würden. Dann kamen wir an einer großen Wiese mit einem kleinen Teich an. Hier durften wir aussteigen. Leider waren nur einige wenige Kängurus ganz weit weg. Man zeigte uns irgendwelche Gänse, die uns nicht wirklich interessierten, und erzählte uns auch noch etwas über sie. Keiner hörte mehr so richtig zu und niemand fotografierte die Gänse. Ich hoffe, unser Guide war nicht zu sehr enttäuscht.

Echidna

Auf der Rückfahrt hielten wir dann noch ein letztes Mal an, weil neben uns ein Echidna lief. Er versteckte seinen Kopf direkt in einem Busch. Wir durften aussteigen und uns wurde gesagt, dass er wieder herauskommen würde, wenn wir fünf Minuten ruhig seien. So lange mussten wir gar nicht warten, aber er lief leider im die falsche Richtung. Wir gingen nochmal langsam hinterher und warteten. Beim ersten Mal hatte ich mich direkt neben unseren Guide gestellt in der Hoffnung die beste Fotoposition zu haben. Beim zweiten Versuch riet ich selbst die Richtung und hatte einen guten Riecher oder Anfängerglück. Der Echidna lief direkt an mir vorbei. Unser Guide stand einige Meter entfernt, von wo man nur die Rückseite sah. Sie entschuldigte sich sogar bei der Gruppe für die falsche Einschätzung der Richtung.

Campingplatz

Nach ca. zwei Stunden waren wir wieder am Parkplatz. Wir beeilten uns zurück zum Campingplatz zu kommen, wo unsere Koalas noch schön über unserem Stellplatz auf uns warteten.

Koalas

Als wir ankamen, war der Joey noch im Arm seiner Mutter. Etwas später fing er an herumzuklettern. Später aßen beide.

Unsere Schweizer Bekannten waren auch wieder da. Sie hatten die anderen Koalas heute bisher ebenfalls nicht gefunden. Ich drehte noch mehrere Runden und fand eine weitere Mutter mit ihrem Nachwuchs.

Possums

Bei den Possums schaute ich auch nochmal vorbei. Heute sah man das kleine Possum besser.

Leider verpasste ich bei einer der Runden, wie „unser Joey“ zur anderen Seite des Baumes kletterte. Dabei kam er wohl wieder ziemlich weit nach unten. Die Schweizer wollten mich rufen und klopften sogar bei uns an, weil sie nicht mitbekommen hatten, dass ich irgendwo auf dem Campingplatz unterwegs war. Schade, aber nicht so schlimm, wie wenn ich gestern den Baumwechsel von Mutter und Joey verpasst hätte. Darüber hätte ich mich richtig geärgert. Wir beobachteten unsere Koalas immer wieder, bis wir ins Bett gingen. Schon praktisch, wenn sie direkt über einem wohnen.

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