Die halbe Nacht durch hat es gegossen. Heute Morgen war auf dem Campingplatz alles entsprechend nass. Wir packten erstmal die wasserdichten Wanderschuhe aus, weil wir uns gerne noch von den Kängurus verabschieden wollten und die Wiese gestern Morgen ohne Regen schon ziemlich nass war. Bis wir mit dem Frühstück fertig waren, kam dann sogar die Sonne heraus.
Kängurus
Dem Fell der Kängurus sah man die verregnete Nacht deutlich an. Jetzt waren sie aber in der Sonne ziemlich munter. Zwei von ihnen trugen Kämpfe aus. Vielleicht waren es dieselben wie gestern. Sie boxten und traten sich. Und auch unseren kleinen munteren Joey fanden wir wieder fast am gleichen Ort.
Wir hätten ihm noch endlos zuschauen können, aber irgendwann mussten wir uns doch verabschieden und auf den Weg Richtung Great Ocean Road machen. Anscheinend gibt es nicht die eine kürzeste und beste Straße dorthin. Google und OsmAnd waren sich uneinig und auch an der Rezeption des Campingplatzes meinte man, es gebe mehrere ähnlich gute Wege. So blieb uns nichts anderes übrig als uns im Zickzack über mehr oder weniger gute Straßen Richtung Küste vorzuarbeiten. Besonders schnell kamen wir nicht voran. Mehrmals mussten wir sehr langsame landwirtschaftliche Fahrzeuge überholen. Teilweise waren die Straßen voller Schlaglöcher. Und der dauernde Regen hinterließ dann zusätzlich noch große Pfützen. Gut, dass die Strecke nicht zu lang war und dass wir es auch nicht besonders eilig hatten.
Bay of Islands
Pünktlich zum Mittagessen kamen wir an der Great Ocean an. Als ersten Stopp hatten wir die Bay of Islands markiert. Kurz vor unserer Markierung war schon eine Bay of Islands Boat Ramp ausgeschildert. Wir fuhren einfach auf Verdacht mal hin. Und unser Riecher war genau der richtige. Es gab einen komplett leeren Parkplatz mit schönen langen Parkplätzen. Hinter uns her kam ein PKW. Seine Insassen waren anscheinend total lauffaul. Anstatt zu parken und ein paar Schritte zum Aussichtspunkt zu laufen, fuhren sie bis zur Boat Ramp, obwohl dort Verbotsschilder waren. Dort blieben sie kurz stehen und fuhren dann wieder weg.
Wir packten uns erstmal gut ein, da die Temperaturen weiterhin unter 15 °C lagen und es sehr windig war. Immerhin war das wieder besser als die 8 °C, die wir heute während der Fahrt hatten. Wir schauten uns kurz um und machten die ersten Fotos, da die Sonne gerade draußen war. Wenn wir eins gelernt haben in den letzten Tagen hier, dann ist das jede Regenpause und jeden Sonnenstrahl auszunutzen, da beides schnell wieder vorbei sein kann.
Nach dem Mittagessen gingen wir nochmal zum Aussichtspunkt und auch zu Fuß die Boat Ramp herunter. Zu Fuß darf man dort nämlich hin.
Anschließend fuhren wir zum offiziellen Aussichtspunkt Bay of Islands weiter. Hier war mehr los, aber wir bekamen noch einen langen Parkplatz. Die Aussicht gefiel uns allerdings etwas weniger gut als an dem anderen Punkt.
Bay of Martyrs
Weiter ging es zur Bay of Martyrs. Auch hier gab es noch lange Parkplätze. Die Aussicht war nicht so spektakulär wie an der Bay of Islands, da es dort nicht so viele vorgelagerte Inselchen gibt. Dafür konnte man aber zum Strand hinunter gehen, was wir auch taten.
Da es noch früh war, beschlossen wir nur kurz im Vorbeifahren unseren Campingplatz zu checken. Man hatte uns per E-Mail die Zugangscodes und unsere Stellplatznummer geschickt. Diesmal hatten wir Glück. Wir haben in unseren Augen einen der besten Plätze bekommen. Wir hatten uns bei der Buchung für ein Premium Powered Site entschieden, da diese Plätze durch einen Rabatt genauso viel kosteten wie die normalen Powered Sites. Deshalb haben wir einen der Plätze außen am Fluss. Aber auch dort gibt es welche mit mehr und welche mit weniger Platz. Wir haben auf einer Seite etwas extra Platz, weil dort eine Laterne steht, und auf der anderen Seite trennt uns ein Baum von den Nachbarn.
Twelve Apostles
Nachdem wir mit dem Platz zufrieden waren, fuhren wir weiter zu den Twelve Apostles. Der Parkplatz ist deutlich größer als die anderen und er war auch ziemlich voll. Wenigstens standen keine PKWs auf den paar langen Parkplätzen und wir bekamen noch einen der letzten. Auf dem Parkplatz und auf dem Weg zu den Aussichtspunkten wimmelte es nur so von Leuten. Und einige gehörten leider auch zu der Sorte von Busreisenden, die einen für ihr Selfie ohne Rücksicht auf Verluste einfach wegrempeln. Solchen sind wir hier bisher in diesem Urlaub gar nicht begegnet und haben sie auch nicht vermisst. Jetzt ist es also so weit, wir hoffen nur für zwei Tage.
Ich hatte den Verdacht, dass die Twelve Apostles zu gewissen Tageszeiten besser im Licht stehen als zu anderen, und außerdem wollten wir sichergehen sie bei Sonne zu erwischen. Da es heute relativ viele Lücken in den Wolken gab, nutzten wir die Chance. Die Twelve Apostles selbst, die von der Aussichtsplattform aus gesehen auf der rechten Seite (Richtung Loch Ard Gorge) liegen, waren im Gegenlicht.
Gog & Magog
Zwei weitere Kalksteinfelsen, die links der Plattform (Richtung Gibson Steps) liegen, wurden, wenn die Sonne zwischen den Wolken hervorkam, wunderbar angestrahlt. Unsere Recherche hat ergeben, dass es sich um Gog und Magog handelt.
Wir werden morgen früh gleich versuchen die Twelve Apostles im besseren Licht zu fotografieren. Zum Glück ist hier alles sehr nah beieinander, sodass man öfter hin- und herfahren kann. Wir haben auch extra zwei Nächte in Port Campbell eingeplant, um etwas Spielraum für schlechtes Wetter oder Ähnliches zu haben.
Zum Abendessen sparten wir uns heute mal das Kochen und gingen vom Campingplatz zu Fuß in den Ort um Fish and Chips zu essen. Die Portion war riesig und sehr lecker.
Beim Schreiben dieser Zeilen fängt es schon wieder an zu gießen, hoffentlich nur über Nacht. Morgen hätten wir gerne trockenes und sonniges Wetter für unsere Besuche an den Hauptaussichtspunkten der Great Ocean Road.





















