Heute Morgen ging unser erster Blick nach dem Aufwachen direkt Richtung Himmel. Ganz klar war er noch nicht, aber wir hatten Hoffnung.

Twelve Apostles

Daher unternahmen wir nach dem Frühstück einen letzten Versuch die Twelve Apostles endlich von der Sonne angestrahlt zu fotografieren und waren erfolgreich. So früh morgens waren wir auf der Aussichtsplattform fast alleine.

Wir fotografierten nochmal ausführlich und fuhren dann, überglücklich, dass unser Plan doch noch aufgegangen war, die Great Ocean Road weiter Richtung Osten.

Castle Cove Lookout

Am Castle Cove Lookout hielten wir kurz an und bekamen noch so gerade einen Parkplatz. Wir liefen auf Empfehlung des Herrn im Visitor Centre von Port Campbell ein Stück auf dem Great Ocean Walk Richtung Westen. Da der Weg voller Pfützen war und auch die meiste Zeit zwischen Bäumen und Sträuchern ohne Sicht aufs Meer verlief, gingen wir nicht besonders weit.

Koalas

Auf der Weiterfahrt verließen wir die Great Ocean Road für einen Abstecher Richtung Cape Otway Lightstation. Wir hatten gelesen, dass es an der Lighthouse Road gute Chancen auf Koalas gibt, und der Herr im Visitor Centre hatte uns das auch nochmal bestätigt. Auf dem ersten Stück gibt es zwar sehr viele Gum Trees, aber sie sind so hoch, dass wir keine Koalas fanden.

Hinter einem kurzen offenen Stück mit Feldern und Wiesen entdeckten wir mehrere geparkte Autos. Wir fühlten uns direkt an Bärensichtungen in Kanada oder den USA erinnert. Glücklicherweise gab es seitlich einen breiten Grasstreifen, sodass wir ein Stück vor der Stelle halten konnten. Wir erkannten schnell, dass ein Koala auf der Straße unterwegs war. Eine Gruppe verrückter Touristen sprang wild um ihn herum und machte mit einem Meter Abstand Selfies mit dem Koala. Der Arme war total verwirrt und wusste nicht mehr so richtig wohin. Als er noch mitten auf der Straße war, kam ein Pickup angerast und bremste auch nicht wirklich ab, obwohl wir Zeichen machten. Stattdessen düste er mit einem Schlenker knapp am Koala vorbei. Dieser fand danach wieder auf den Grasstreifen neben der Straße zurück. Die aufdringlichen Fotografen reagierten endlich auf Hinweise von uns und anderen dem armen Tier mehr Platz zu lassen und der Koala fand einen Baum, auf den er hinaufkletterte. Wir beobachteten ihn noch kurz und fuhren dann weiter.

Eigentlich wollten wir in die Straße zum Bimbi Park abbiegen, aber ein Stückchen weiter sahen wir wieder geparkte Autos. Auch hier konnten wir ein paar Hundert Meter entfernt sicher das Wohnmobil abstellen und hingehen. In einem Baum saß eine Koala-Mama mit ihrem Joey.

Als wir die beiden ausführlich fotografiert hatten, fuhren wir in den Manna Gum Drive, der zum Campingplatz Bimbi Park führt. Wir hatten bei unserer Planung überlegt dort zu übernachten, uns dann aber doch für einen anderen Campingplatz entschieden. Aus dem Wohnmobil heraus entdeckte ich noch eine Mama mit Joey und drei weitere Koalas. Einer davon war gut sichtbar und aktiv.

Als wir wieder zurück auf der Lighthouse Road waren, fuhren wir kurze Zeit später in eine Schotterstraße, weil sie uns im Visitor Centre ebenfalls empfohlen worden war. Das erste Stück war in Ordnung, aber wir sahen keine Koalas. Als wir an ein Schild „No Busses“ kamen, war es uns nicht geheuer weiterzufahren. Wir hatten Angst nirgends mehr wenden zu können. Deshalb drehten wir lieber um.

Da wir schon fast am Leuchtturm waren, beschlossen wir doch noch hinzufahren. Ursprünglich hatten wir das nicht geplant, da uns die Fotos nicht besonders überzeugt hatten. Deshalb hatten wir auch gar nicht weiter recherchiert und wurden vor Ort von einem Tor überrascht. 22 AUD Eintritt pro Person waren wir nicht bereit zu zahlen für einen Leuchtturm, der uns eigentlich gar nicht interessiert.

Auf dem Rückweg zur Great Ocean Road entdeckten wir keine weiteren Koalas mehr. An der Great Ocean Road selbst sahen wir später im Vorbeifahren noch einen, weil am Straßenrand in der Gegenrichtung Autos parkten und mehrere Leute hoch in einen Baum schauten. Wir konnten aber nicht anhalten.

Kennett River

In Kennett River angekommen checkten wir direkt auf unserem Campingplatz ein.

So mussten wir auch nicht auf dem kleinen vollen Parkplatz für den Nature Walk parken. Ich hatte uns den Kennett River Nature Walk herausgesucht, um weitere Koalas zu finden.

Grey River Road

An der Rezeption unseres Campingplatzes empfahl man uns dann aber die Grey River Road. Wir gaben ihr zunächst eine Chance. Die Angestellten des Campingplatzes müssen es ja wissen. Die Straße ging erst steil bergauf und wir entdeckten keine Koalas. Wir sprachen entgegenkommende Personen an. Sie meinten, es seien etwa 20 Minuten bis zu einem Nationalparkschild und in dem Bereich hätten sie drei Koalas gesehen. Die meisten Leute würden allerdings hoch fahren. Wir hatten aber keine Lust mehr unser Wohnmobil nochmal fahrbereit zu machen. Wir hatten schon Strom angeschlossen, die Gasflasche geöffnet usw. Deshalb gingen wir zu Fuß weiter. Es war im Laufe des Tages übrigens endlich nochmal etwas wärmer geworden und die Sonne war auch schon eine ganze Weile draußen. Wir stiegen erst auf T-Shirts um und ich dann sogar zum ersten Mal seit Coober Pedy wieder auf Shorts.

Wir waren etwas schneller am Schild und entdeckten – teilweise aufgrund von Tipps weiterer entgegenkommender Leute – insgesamt vier Koalas. Drei davon waren sehr schläfrig. Einer kletterte ein bisschen herum. Insgesamt waren sie aber nicht so gut zu sehen wie viele unserer Koalas auf Kangaroo Island oder auch manche heute Morgen.

Auf dem Rückweg kamen uns Josée und Michel entgegen. Wir berichteten von den mittelmäßigen Sichtungen und von unserem Plan jetzt noch unser Glück auf dem Nature Walk zu probieren. Wir versprachen sie zu kontaktieren, falls wir dort erfolgreicher sind.

Kennett River Nature Walk

Tatsächlich waren wir das. Schon nach wenigen hundert Metern schaute eine Gruppe Leute in einen Baum. Der Koala war nicht zu übersehen und saß schön niedrig. Die anderen Leute gingen schnell weiter. Wir blieben noch etwas, da der Koala nicht am Schlafen, sondern schon etwas in Bewegung war. Das machte uns Hoffnung auf mehr. Wir schickten unseren Schweizer Bekannten schnell unseren Standort, da die Sichtung jetzt schon viel besser war als alle an der Grey River Road.

Sie machten sich auch sofort auf den Weg. Leider kamen sie aber etwas zu spät. Sie verpassten, wie der Koala erst anfing herum zu klettern, dann von einem Ast zu einem anderen sprang und anschließend den Stamm hinunter kletterte. Den Sprung habe ich leider weder auf Foto noch auf Video, da ich gerade im falschen Moment vom Foto- in den Videomodus gewechselt hatte.

Als der Koala unten am Stamm ankam und anfing über den Boden zu laufen, kam er mir ganz nah. Ich kniete auf dem Boden, weil ich so am Anfang, als er noch oben im Baum saß, eine freie Sicht auf ihn hatte. Als er anfing zu klettern, traute ich mich nicht mehr mich zu bewegen, um ihn nicht zu verunsichern. Und als er dann auf dem Boden angekommen war, lief er direkt auf mich zu und ca. einen Meter neben mir vorbei. Ich hätte ihn dabei gerne fotografiert oder gefilmt, aber ich wollte ihn nicht durch größere Bewegungen erschrecken und ich hätte mich für ein Bild oder Video zumindest mal seitlich drehen müssen.

Als er ein gutes Stück vorbei war, stand ich vorsichtig auf und verfolgte, wie er zu einem anderen Baum lief. Er steuerte direkt auf eine weitere Gruppe Leute zu. Sie waren natürlich total begeistert. Ich ging langsam dazu, konnte aber nicht mehr gut fotografieren, da ich die anderen Leute im Sichtfeld hatte und auch nicht in ihre Bilder laufen wollte.

Als der Koala gerade oben war, kamen Josée und Michel an. Sehr schade, dass sie die Aktion verpasst haben. Sie freuten sich aber für uns, vor allem, weil wir ja die eine Situation auf Kangaroo Island hatten, wo sie noch versucht hatten uns zu rufen und wir aber gerade nicht im Wohnmobil, sondern am anderen Ende des Campingplatzes bei den Kängurus waren.

Inzwischen war es übrigens auch schon wieder deutlich kälter und trüb geworden. Wir beschlossen trotzdem noch ein Stück den Weg weiter zu gehen. Kurze Zeit später fing es erst leicht an zu regnen und dann richtig zu schütten. Damit hatten wir nach so einem Tag nicht gerechnet. Eigentlich hätten wir es nach den Erfahrungen der letzten Tage besser wissen sollen. Wir hatten natürlich Regenjacken dabei, die wir schnell anzogen. Zwei Kängurus hüpften noch an uns vorbei, aber bei dem Wetter packte ich natürlich keine Kamera mehr aus. Als wir zurück auf den Campingplatz kamen, war alles klatschnass. Der Campingplatz selbst war auch nur noch Matsch. Wir versuchten möglichst wenig davon ins Wohnmobil zu schleppen.

Bis wir ins Bett gingen, hörte es nicht mehr auf zu regnen. Der Campingplatz gefällt uns übrigens nicht besonders gut. Die Sanitäranlagen sehen ziemlich heruntergekommen aus und wären bei einem volleren Campingplatz auch total unterdimensioniert. Aktuell ist aber fast nichts los.

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