Die Nacht war schön ruhig, aber der Wecker um 5 Uhr riss uns aus dem Tiefschlaf. Wir machten uns schnell fertig und gingen dann an Deck, um zu schauen, wie weit wir waren. Wir waren schon fast im Hafen von Devonport.
Ausschiffen
Während wir warteten, wurde ziemlich genau erklärt, wie das Ausschiffen funktioniert. Wir waren sehr erfreut zu hören, dass unser Autodeck das erste sein würde. Um kurz vor 6 Uhr kam dann auch tatsächlich schon die Aufforderung, dass sich alle Insassen der Fahrzeuge von Deck 5 bitte zu ihren Fahrzeugen begeben sollten. Ein Mitreisender erlaubte sich die Absperrung am Treppenhaus zu entfernen, nachdem wir uns kurz fragend angeschaut hatten. Wir hätten eigentlich gedacht, dass die Absperrungen vom Personal entfernt werden. Vielleicht war diese vergessen worden. Oder es war doch so gedacht, dass wir das selbst tun.
Die Fahrzeuge hinter uns waren so geparkt, dass wir gut zu unserem Wohnmobil durch kamen. Danach ging das Warten los. Und das zog sich dann doch noch ziemlich lange. Kurz nach uns wurden die Fußpassagiere gebeten sich zur Gangway zu begeben. Nach einer ganzen Weile wurden dann die Leute von der Rampe über unserem Deck aufgerufen. Gegen 6:30 Uhr setzten sich vor und neben uns die ersten Fahrzeuge in Bewegung. Unsere Reihe neben der Rampe war die letzte. Darüber waren wir nicht ganz so traurig, da wir so nur noch auf die rechte Wand und auf die Rampe links über uns achten mussten. Herausstehende Teile von Fahrzeugen links neben uns waren kein Thema mehr.
Biosecurity
Nachdem wir vom Schiff herunter waren, kam nochmal eine Kontrolle der Biosecurity. Wir wurden aber nur nach frischem Obst, Gemüse und Honig gefragt. Ins Wohnmobil geschaut wurde nicht mehr.
Direkt an der Ausfahrt ist ein Parkplatz, der aber bereits vollständig belegt war. Wir fanden glücklicherweise gleich ein paar Meter weiter einen komplett leeren Parkplatz, der sogar extra für RVs markiert war. Dort frühstückten wir. Dabei entdeckten wir an den Umgrenzungshecken Gelbohr-Rabenkakadus.
Nach dem Frühstück fuhren wir zum Supermarkt, der zum Glück um 7 Uhr öffnet, um unsere Vorräte wieder aufzufüllen.
Narawntapu
Anschließend ging es weiter in den Narawntapu National Park. Auf der Wiese des Visitor Centres entdeckten wir mehrere Kängurus, drei davon mit Jungen, die alle schon aus dem Beutel draußen waren.
Campingplatz
Als um 9:30 Uhr das Visitor Centre öffnete, buchten wir uns einen Platz auf dem Springlawn Campground. Der ist leider im Vorfeld nicht reservierbar. Den Stellplatz darf man sich selbst aussuchen. Es gab allerdings keine allzu große Auswahl. Die meisten Plätze waren besetzt. Zwei freie lachten uns so gar nicht an, weil sie direkt neben dreien mit sehr vielen Personen und massenweise Ausrüstung lagen. Einer war von der Lage in Ordnung, aber relativ klein. Da hätten wir direkt vor unseren Fenstern eine grüne Wand gehabt. Deshalb entschieden wir uns für einen Platz neben einem besetzten. Er war aber deutlich größer und der Nachbarplatz sah aufgeräumt aus. Als wir geparkt hatten, erwies er sich sogar als noch besser als gedacht. Wir sind weiter zurück von der Straße als unser Nachbar, was bedeutet, dass wir ihn aus unserer Essecke und von unseren Betten aus praktisch gar nicht sehen. Zur anderen Seite ist viel Platz. Und nach hinten ist ebenfalls viel Freiraum mit einigen sehr dekorativen Pflanzen und regelmäßigem Filander-Besuch.
Die Sanitäranlagen hier sehen total unmöglich aus. Trinkwasser gibt es auch keins. Der Platz ist wirklich ziemlich primitiv, aber Alternativen gibt es nicht und vor allem die Kängurus hatten uns her gelockt.
Archers Knob Trail
Wir schmierten schnell Brote und starteten dann den Archers Knob Trail. Das erste Stück führt durch Wald zu einem Bird Hide. Als wir uns diesem näherten, hörten wir schon sehr laute Stimmen. Mehrere Erwachsene und Kinder waren in dem Bird Hide. Ein paar schwarze Schwäne und einige Enten waren zu sehen. Wir gingen schnell weiter. Leider kam die Gruppe hinter uns her und wir hörten sie die ganze nächste Zeit. Wir hofften nur, dass sie bald umdrehen würden, was sie dann auch taten. Unterwegs hüpfte immer mal wieder ein Filander vor uns über den Weg.
Nach der Abzweigung zum Bakers Beach wurde der Weg steiler. Einige Höhenmeter später bekamen wir die ersten Aussichten auf den Strand. Irgendwo teilte sich der Weg ohne jegliche Schilder. Wir sahen bei OsmAnd, dass beide Wege auf den Gipfel führen, und nahmen den rechten, da wir dessen GPX-Track hatten. Kurz vor dem Gipfel entdeckten wir ein Echidna. Es lief aber von uns weg und wartete dann erstmal ab. Wir hatten bei unserer Koala-Tour auf Kangaroo Island gelernt, dass sie oft wieder zurück kommen, wenn man einen Moment ruhig wartet. Leider entschied es sich aber für die entgegengesetzte Richtung.
Vom Gipfel des Archers Knobs hat man wirklich eine schöne Aussicht auf die Lagune und den Bakers Beach.
Und es gibt sogar eine Bank, die wir zum Picknicken nutzten. Kurz nach uns kamen über den anderen Weg erst eine einzelne Dame und dann noch zwei Personen. Für sie gab es dann leider keinen Sitzplatz mehr. Die Dame wählte einen Stein für ihr Picknick. Die anderen beiden schauten sich noch etwas die Aussicht an und schienen zu warten. Wir beeilten uns und machten die Bank frei.
Bakers Beach
Für den Abstieg wählten wir den anderen Weg. Als wir unten am Strand ankamen, war es zunächst noch bewölkt. Wir waren aber immerhin schon seit einer Weile im T-Shirt unterwegs. Eigentlich wollte ich unbedingt barfuß und auch durchs Wasser laufen, aber damit wartete ich noch ein wenig. Nach und nach kam die Sonne dann immer mehr durch die Wolken. Ich nutzte dies, um ein Stück im Wasser zu laufen. Das Meer fühlte sich sehr kalt an. Den restlichen noch relativ langen Weg lief ich barfuß am Strand weiter.
Wir fanden einige sehr schöne Muscheln und Schneckenhäuser und viele ziemlich große tote Seesterne.
Näher am Wasser war der Sand mit ganz vielen kleinen Haufen übersät. Aus der Nähe sahen wir, dass diese entstanden, wenn sich winzige Krebse im Sand verbuddelten. Von denen liefen hier unzählige herum.
Bevor wir den Strand verließen, suchten wir uns ein großes Treibholz als Bank und genossen die Sonne, die uns in den letzten Wochen so gefehlt hat.
Campingplatz
Zurück auf dem Campingplatz packten wir auch zum ersten Mal seit Erldunda wieder die Campingstühle aus und saßen noch eine Weile draußen. Auch dazu hatten wir auf der bisherigen Reise aufgrund des kalten Wetters viel zu wenige Gelegenheiten.
Die Dusche war dann richtig eklig. Wir hatten in den letzten Wochen schon ab und zu Duschen mit Wasser aus Brunnen statt Trinkwasser, aber dieses hier stank richtig. Wir hätten wahrscheinlich am besten auf unsere Dusche verzichtet heute, aber das fiel uns zu spät auf. Die Toiletten sind auch total verdreckt und es stinkt fürchterlich. Gut, dass wir unsere eigene im Wohnmobil haben.
Beim Abendessen hatten wir um unser Wohnmobil Gesellschaft von Filandern. Eins hatte sogar ein Junges mit dabei. Nach dem Abendessen probierten wir Fotos von ihnen zu bekommen. Wir fanden noch eine Mutter mit einem ganz kleinen Jungen im Beutel und auch ein etwas größeres, das schon alleine unterwegs war. Leider bekamen wir es nicht zusammen mit seiner Mutter aufs Bild. Alleine erkennt man gar nicht so gut, wie klein der Filander noch ist.
Zum Sonnenuntergang gingen wir nochmal zur Wiese am Visitor Centre direkt hinter dem Campingplatz. Dort tummelten sich einige Kängurus und Wallabys.
















