Du betrachtest gerade Australien 2025 Tag 12: Kangaroo Island
Koala in der ursprünglichen Astgabel

Direkt nach dem Aufwachen prüften wir, ob unsere Koalas noch da waren. Und wir hatten Glück. Anscheinend störte sie unsere Anwesenheit nicht. Sie hatten über Nacht nicht den Baum gewechselt und waren ganz im Gegenteil noch ein Stück näher zu uns geklettert. Sie schliefen ca. fünf Meter über unserer Motorhaube.

Beim Frühstück konnten wir mehrere Kängurus zwei Stellplätze von uns entfernt beim Futtern beobachten. Eins davon war wieder die Mutter mit dem Joey. Nach dem Frühstück machte ich ein paar Bilder von den Kängurus. Leider war es – wie bei allen unseren bisherigen Känguru-Begegnungen – noch ziemlich dunkel und das trübe Wetter machte es auch nicht besser. Ich hoffe, in den nächsten Tagen noch bessere Bilder von Kängurus machen zu können.

Anschließend suchte ich die restlichen Koalas und fand heute wieder sieben Stück. Die zweite Mutter mit ihrem Joey hatte den Platz seit gestern Abend nicht gewechselt. Die dritte Mutter mit Nachwuchs war einige Bäume vom Baum des ersten Tages entfernt. Der Baum hatte sehr viele Blätter, sodass man die beiden nur schwer sehen konnte. Wahrscheinlich waren sie gestern schon in diesem Baum und noch etwas besser versteckt. Auch den einzelnen Koala fand ich wieder. Ich bin mir nicht sicher, ob es der gleiche Baum war wie am ersten Tag oder der Nachbarbaum. Er war relativ gut sichtbar. An diesem Platz war er gestern nicht.

Nachdem wir uns ausführlich von „unseren Koalas“ verabschiedet hatten, machten wir uns auf den Weg ans andere Ende der Insel. Für die letzte Nacht hatten wir dort einen Campingplatz gebucht. Wenn das Wetter sich gebessert hätte, wären wir vielleicht vorher nochmal in den Flinders Chase National Park gefahren um die Remarkable Rocks und vor allem den Admirals Arch besser fotografieren zu können. Aber der Himmel war weiterhin komplett grau und es regnete alle paar Minuten. Dazu war es auch wieder richtig ungemütlich kalt. Wir hoffen wirklich auf besseres Wetter die nächsten Tage.

Little Sahara inklusive Koala

Unterwegs machten wir einen Abstecher zur Little Sahara. Wir konnten im Vorfeld nicht so richtig herausfinden, ob man dort auch ohne Tour einfach ein bisschen herumlaufen kann. Eine Tour wollten wir nämlich nicht buchen. Der kurze Weg von der Hauptstraße ist eine ziemlich holprige Schotterpiste. Wir fuhren ganz langsam, damit unser Wohnmobil nicht auseinander fällt. Wir dürfen sogar ganz offiziell bis zu 12 Kilometer auf Schotter fahren um Campingplätze oder eben solche Sehenswürdigkeiten zu erreichen.

Auf dem Weg vom Parkplatz zum Büro entdeckte ich einen Koala. Am Büro muss man endlos lange Bedingungen unterschreiben, darf dann aber kostenlos und auf eigene Faust los. Die Dünen sind wirklich spektakulär. Da es sehr windig war und überall Sand aufgewirbelt wurde, traute ich mich nicht mit der echten Kamera zu fotografieren und machte nur ein paar Handybilder.

Koala am Cygnet River

Nach dieser ganz netten Abwechslung fuhren wir zu einem Picknickplatz am Cygnet River. Ich hatte gelesen, dass man in den Bäumen am Ufer manchmal Koalas findet. Wir wurden bei der Suche wieder ordentlich nass, aber fanden zumindest einen Koala. Die Landschaft war auch ziemlich nett, aber in der grauen Suppe wenig fotogen.

Pelikan in Kingscote

Nach dem Mittagessen fuhren wir weiter nach Kingscote. Dort am Anleger hat früher jemand täglich Pelikane gefüttert. So etwas hätten wir uns nicht anschauen wollen. Wir hatten aber gelesen, dass es die Fütterung schon seit Jahren nicht mehr gibt, aber niemand daran gedacht hat den Pelikanen Bescheid zu sagen. Sprich, sie kommen anscheinend immer noch täglich dorthin. Was wir nicht herausfinden konnten war, ob sie nur zur Fütterungszeit um 17 Uhr kommen oder dauerhaft dort sind. Wir riskierten es einfach, obwohl wir noch viel früher dran waren. Parken konnten wir direkt am Anleger. Und tatsächlich trafen wir einen Pelikan an.

Campingplatz

Danach fuhren wir zum Campingplatz in der Nähe der Emu Bay. Die Dame an der Rezeption war super freundlich und gab uns jede Menge Tipps für Tiere. Leider erwiesen sie sich im Nachhinein als Übertreibungen oder leere Versprechungen. Sie schickte uns an die Emu Bay, weil dort unter einer Treppe Pinguine nisten sollten. Als wir dort ankamen, waren offensichtlich keine da. Der Geruch verriet, dass wir nicht falsch waren. Die Kiosk-Besitzerin am Parkplatz bestätige unsere Vermutung, dass die Pinguine tagsüber nicht da sind. Das sollte auch die Campingplatz-Besitzerin wissen und uns nicht mitten am Nachmittag dorthin schicken.

Dann erzähle sie uns von Koalas, Kängurus, Wallabys und Echidnas auf dem Campingplatz. Kängurus sollten abends problemlos zu sehen sein. Wir waren schon etwas verwundert, weil man auf den umliegenden Feldern kein einziges sah. An anderen Orten sah man immer auch tagsüber welche, nur eben weniger, weiter weg und inaktiver. Wir hielten den ganzen Abend die Augen offen und sahen kein einziges Känguru.

Auch die Beschreibung zu den Koalas hörte sich so an, als gebe es mehrere, die nicht schwer zu finden seien. Einer sei bei Stellplatz 8 gewesen, aber kürzlich umgezogen. In der Umgebung suchten wir besonders gut. Wir liefen auch außerhalb des Campingplatzes ein ganzes Stück an der Discovery Lagoon entlang, weil die Dame dort ebenfalls gute Chancen sah. Sie selbst versprach später mal an ein paar Stellen zu schauen und uns dann Bescheid zu sagen.

Discovery Lagoon

Die Discovery Lagoon ist ausgetrocknet und sah ganz nett aus. Überall standen skurril geformte tote Bäume, die uns ein bisschen an das Dead Vlei in Namibia erinnerten.

Koala

Als wir die Suche nach Koalas schon fast aufgeben wollten, fanden wir doch noch einen an Stellplatz 15. Das war sicher der von Platz 8. Bei der ersten Runde hatten wir dort nicht so genau geschaut, weil die drei Nachbarplätze besetzt waren und wir nicht stören wollten. Der Koala saß erst sehr schön im Baum.

Eine Dame kam aus dem Wohnwagen vom Nachbarstellplatz, als sie mich fotografieren sah. Sie hatte früher einen Gum Tree in ihrem Garten und da auch mal Koala-Besuch. Jetzt hatte sie 25 Jahre lang keinen Koala gesehen, den fast über ihrem Kopf auch nicht. Sie war überglücklich, dass ich ihn gefunden und sie durch mein Fotografieren darauf aufmerksam gemacht hatte.

Der Koala schien dann aber doch etwas irritiert zu sein über unsere Anwesenheit und kletterte etwas höher, wo er vom Wind fürchterlich hin und her geschaukelt wurde. Wir wollten ihn nicht stören und gingen etwas weiter weg. Daraufhin kletterte er zu seinem ursprünglichen Platz zurück. Im Laufe des Abends drehten wir noch mehrere Runden über den Campingplatz, fanden aber keine Kängurus, Wallabys oder Echidnas. Den Koala beobachteten wir jedes Mal aus der Ferne.

Außer uns sind nur wenige Gäste auf dem Campingplatz. Dadurch haben wir sehr viel Platz um uns herum. Die Sanitäranlagen sind schön und sauber, aber für einen voll belegten Campingplatz in der Hochsaison scheinen sie uns sehr knapp bemessen zu sein.

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