Die Nacht war wieder eisig kalt, laut australischen Meteorologen gefühlte 1 °C. Auch beim Frühstück mussten wir uns warm anziehen.
Twelve Apostles
Eigentlich hatten wir gehofft heute Morgen die Twelve Apostles im guten Licht zu erwischen. Leider war es aber komplett grau. Wir fuhren trotzdem hin und waren fast alleine, nur leider nicht mit der Sicht, die wir uns erhofft hatten. Einen ganz kurzen Moment schaffte es die Sonne durch ein winziges Loch in der Wolkendecke und ich konnte ein Bild mit wenigstens drei der Apostel im Licht machen. Auch so sind die Twelve Apostles schon wunderschön, aber wir geben nicht auf. Eine letzte Chance haben wir morgen früh bei der Weiterreise noch.
Gibson Steps
Anschließend fuhren wir zu den Gibson Steps. Das war ein ziemlicher Reinfall, da der Zugang aufgrund von Steinschlag gesperrt war. Die Sicht von oben ist nichts wert. Wir wären wirklich gerne hinunter zum Strand gegangen und hätten uns von dort Gog und Magog angeschaut. Das könnte gerade morgens eine sehr schöne Perspektive sein.
Loch Ard Gorge & Razorback
Weiter ging es zur Loch Ard Gorge. Auch hier war der Zugang zum Strand aufgrund von Steinschlag gesperrt. Von oben hatte man an einer Stelle eine schöne Perspektive, aber bei dem grauen Himmel wirkte alles sehr trist.
Vom gleichen Parkplatz kommt man noch zum Razorback. Auch hier wieder das gleiche Spiel in Grau.
Den nächsten geplanten Stopp an The Arch mussten wir leider streichen, da schon die Zufahrt zum Parkplatz gesperrt war.
London Bridge
Das graue Spiel wiederholte sich noch ein weiteres Mal an der London Bridge. Dort kam noch hinzu, dass es mal wieder anfing zu regnen. Wir gingen kurz zurück und warteten den Schauer im Wohnmobil ab. Als es wieder halbwegs trocken war, gingen wir nochmal zu den Aussichtspunkten. Der linke Aussichtspunkt war ziemlich nass. Dort mussten wir aufpassen nicht auf den nassen Felsen auszurutschen und nicht von einem Mini-Wasserfall geduscht zu werden.
The Grotto
Unser letztes Tagesziel war The Grotto. Hier war es zwar auch noch grau, aber wenigstens trocken.
Wir entschieden auf dem Parkplatz zu Mittag zu essen, weil das Wetter später besser werden sollte. Da es nach dem Essen und der Vorbereitung unseres Abendessens immer noch total trüb war, fuhren wir doch zunächst zurück zum Campingplatz und kümmerten uns um unser Frischwasser und Abwasser.
Anschließend gingen wir zu Fuß zum Visitor Centre, das direkt neben dem Campingplatz liegt. Wir wollten uns zum Thema Pinguine beraten lassen. Wir hatten nämlich gelesen, dass man zum Sonnenuntergang sowohl an den Twelve Apostles als auch an der London Bridge welche sehen kann. An der London Bridge sollen sie etwas näher sein, aber dafür gibt es dort weniger. Der Herr, der uns beriet, war für die Twelve Apostles, sagte aber gleich dazu, dass seine Kollegin die London Bridge besser findet. Er bestätigte noch das Timing und die Richtung. Da er so motiviert war und sich anscheinend auch gut auskannte, ließen wir uns noch ein paar Tipps für den weiteren Weg morgen geben. Er bestätigte uns auch, dass das Wetter heute noch besser werden soll. Für die Pinguine kann man übrigens kostenlos Ferngläser ausleihen im Visitor Centre. Wir hatten aber keinen Bedarf.
Nachdem alles für den Abend geklärt war, duschten wir noch, um heute Abend möglichst viel Zeit zu haben. Als wir damit fertig waren, kam die Sonne immer mehr heraus. Unser Plan vor dem Sonnenuntergang nochmal alle interessanten Orte von heute Morgen anzusteuern schien tatsächlich aufzugehen.
London Bridge
Wir starteten mit der London Bridge. In der Sonne sieht sie wirklich viel besser aus.
The Grotto
An The Grotto erkannten wir auf dem Parkplatz schon einen bekannten Camper. Unsere Schweizer Bekannten, wir wissen inzwischen auch, dass sie Josée und Michel heißen, sind auch an der Great Ocean Road angekommen. Unten am Aussichtspunkt tauschten wir uns kurz aus. Sie wussten nichts von den Pinguinen, entschieden aber spontan später auch zu kommen.
Loch Ard Gorge & Razorback
Wir fuhren weiter zur Loch Ard Gorge. Auch dort sah es mit Sonne freundlicher aus. Leider war die rechte Felswand aber schon im Schatten.
The Razorback gefiel uns bei Sonne auch richtig gut. Das Foto ist mit dem Smartphone aufgenommen, weil selbst mein Weitwinkelobjektiv nicht ausreichte, um den ganzen Fels aufs Bild zu bekommen. Außerdem musste ich die Kamera sehr hoch halten, da sonst immer ein Schild oder irgendwelcher Müll im Gebüsch vor unseren Füßen mit auf dem Bild waren.
Twelve Apostles
Wir fuhren weiter zu den Twelve Apostles, um sicher noch einen Parkplatz zu bekommen. Das klappte auch. Wir schauten uns die Twelve Apostles sofort schon einmal an und stellten fest, dass die Lichtverhältnisse ähnlich wie gestern Nachmittag waren, nur insgesamt etwas sonniger. Anschließend aßen wir auf dem Parkplatz zu Abend. Danach zogen wir uns so dick wie möglich an. Unter die Wanderhose zog ich noch eine Jogginghose und über mein T-Shirt zwei Fleecejacken und die Regenjacke. Dazu einen Fleece-Schlaufenschal um den Hals und einen normalen Schlaufenschal als Mütze.
Sonnenuntergang
Ca. eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang machten wir uns wieder auf den Weg zur Aussichtsplattform. Die Twelve Apostles sahen in diesem Licht wirklich schön aus. Wie erwartet war es im Wind jetzt schon eisig kalt, aber durch die doppelten Schichten gut auszuhalten.
Pinguine
Kurz bevor die Sonne endgültig verschwunden war, entdeckte ich die ersten Pinguine in den Wellen und kurz darauf auch am Strand. Sie waren aber noch nicht bereit aus dem Wasser zu kommen. Sie ließen sich immer wieder an den Strand spülen, um anschließend in die nächste Welle zu laufen und noch eine Runde zu schwimmen. Dadurch, dass sie ziemlich weit weg waren, es schon fast dunkel war und ein so starker Wind ging, dass ich die Kamera nicht komplett ruhig halten konnte, habe ich nur zwei Schnappschüsse und keine echten Fotos. Aber man erkennt zumindest, dass es Pinguine sind.
Wir hatten eigentlich sogar noch später mit ihnen gerechnet, da es hieß, die ersten würden ca. 15 Minuten nach Sonnenuntergang kommen und die große Masse dann ab 30 Minuten nach Sonnenuntergang. Noch weiter in der Ferne kamen ebenfalls welche auf den Strand und blieben dort erstmal stehen. Um uns herum bemerkte niemand die Pinguine.
Einen Fotografen in der Nähe, der vermutlich auch auf die Pinguine wartete, machte ich darauf aufmerksam und er freute sich sehr. Josée und Michel waren, wie angekündigt, ebenfalls her gekommen. Sie hatten die Pinguine noch nicht entdeckt.
Die anderen Leute verließen nach und nach die Plattform. Wir vermuten, dass die meisten nur Augen für den Sonnenuntergang hatten und die Pinguine gar nicht bemerkt hatten. Bald waren wir fast alleine.
Nach und nach kamen immer mehr Pinguine aus dem Wasser und begannen den Strand hinauf zu watscheln. Leider war es bereits so dunkel, dass man überhaupt nicht mehr fotografieren oder filmen konnte. Aber lustig anzuschauen war es allemal. Im Visitor Centre hatte man uns auch gesagt, dass man die Pinguine hören würde. Durch den starken Wind hörten wir aber gar nichts.
Als wir ganz alleine waren und man fast nichts mehr sehen konnte, machten wir uns auch auf den Heimweg. Wir fuhren sehr langsam um bloß kein Känguru anzufahren.























