Du betrachtest gerade Australien 2025 Tag 21: Narawntapu und Cradle Mountain
Wombat

Bevor wir weiter zum Cradle Mountain fuhren, gingen wir nochmal Richtung Wiese am Visitor Centre und an der Lagune. Wir wollten einen Teil des Springlawn Lagoon Circuit Walks machen.

Kängurus

Zunächst waren nur wenige Kängurus zu sehen. Wir näherten uns vorsichtig einer Mama mit ihrem Joey. Sie schienen nicht besonders gestört zu sein von uns. Aber bei jedem Vogel oder sonstigen Laut erschreckten sie, schauten sich um und horchten. Leider führte eine dieser Verunsicherungen dazu, dass der Joey im Beutel verschwand. Nur seinen Schwanz ließ er raushängen. Wir warteten eine ganze Weile, ob er wieder herauskommt. Irgendwann drehte er sich um und man sah wenigstens den Kopf. Die Mama bewegte sich beim Futtern langsam auf uns zu. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam der Joey endlich wieder heraus. Wir hatten auf ein bisschen Aktivität gehofft, aber beide legten sich auf die Wiese in die Sonne.

Wir gingen weiter zu einer anderen Gruppe. Sie hatte sich ein schönes Fleckchen zwischen kleinen Seen ausgesucht.

Die Lagune selbst ist ganz hübsch mit den Bäumen und Sträuchern, die in ihr wachsen. Wir trafen auch eine schwarze Schwanenmama mit ihrem interessanterweise weißen Nachwuchs an.

Da es schon nicht mehr so ganz früh war und wir in der Ferne keine weiteren Tiere sahen, drehten wir um. Auf dem Rückweg gingen wir nochmal bei Mutter und Joey vorbei. Sie lagen noch immer auf der Wiese, hatten aber inzwischen Gesellschaft von weiteren Kängurus, darunter eine Mutter mit einem Joey, der aktiver war.

Leider wurde kurz darauf auf der anderen Straßenseite durch irgendetwas eine Panik ausgelöst und jede Menge Kängurus hüpften auf uns zu. Das verunsicherte unsere Gruppe ebenfalls und sie hüpften mit weg. Dafür bekam ich aber endlich die Gelegenheit ein paar Bilder von Kängurus im Sprung zu machen. Auf die Chance hatte ich schon die ganze Zeit gewartet. Bisher waren hüpfende Kängurus immer sehr weit weg und es war viel zu dunkel.

Kleine Kängurukunde

Wir gingen ins Visitor Centre und erkundigten uns, welche Arten von Kängurus wir hier genau gesehen haben, damit wir die Fotos später korrekt beschriften können. Die Dame war sehr motiviert, zeigte uns in einem Buch drei verschiedene Sorten und erklärte uns die Unterschiede:

  • Östliches Graues Riesenkänguru (engl.: Forester kangaroo / Eastern grey kangaroo / Great grey kangaroo): am größten, lang gebaut, sehr langer kräftiger Schwanz, eher gleichmäßig graubraunes Fell, vor allem auf offenen Wiesen
  • Rotnackenwallaby (engl.: Red-necked wallaby / Bennett’s wallaby): mittelgroß, schwarze Nasenspitze, dunkle Vorderpfoten, heller Bauch, helle Kieferlinie, häufig am Buschrand/Wiesenrand
  • Rotbauchfilander (engl.: Tasmanian pademelon): am kleinsten, gedrungen, mausartiges Gesicht, eher dunkles Fell, kurzer Schwanz, eher im Gebüsch/Waldrand

Ich habe aus meinen Fotos mal von jedem Tier eins herausgesucht.

Narawntapu – Cradle Mountain

Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Cradle Mountain National Park. Wir mussten wieder über teilweise sehr kleine Straßen fahren. Relativ früh wurde es schon ziemlich kurvig. Das letzte Stück war dann aber erstaunlicherweise wieder ganz angenehm zu fahren. Kurz vor dem Ziel entdeckten wir neben der Straße einen Echidna, konnten aber nicht anhalten.

Campingplatz

Wir kamen bei 8 °C laut Wohnmobilthermometer und strömendem Regen an. Der australische Wetterdienst war bei 3,5 °C, die sich wie -2,2 °C anfühlen sollten. Leider war die Rezeption unseres Campingplatzes gerade wegen eines Staff Meetings geschlossen. Es hing einfach ein Zettel im Fenster ohne Info zur Dauer. Wir hofften auf eine kurze Wartezeit, da es richtig kalt und ungemütlich war. Nach und nach kamen immer mehr Leute, die teilweise im angeschlossenen Shop etwas kaufen wollten.

Die Wartezeit wurde uns durch unseren ersten Wombat versüßt. Wie wir später erfuhren, war das Wilma, die auf dem Campingplatz wohnt. Sie versuchte ebenfalls in die Rezeption zu kommen. Nachdem ihr das nicht gelang, ging sie wieder. Leider so an Mülltonnen usw. vorbei, dass kein gutes Foto möglich war. Ich hatte auch die Kamera im Auto und nur mein Handy dabei. Außerdem schüttete es so stark, dass ich klatschnass geworden wäre, wenn ich versucht hätte ihr noch etwas zu folgen.

Kurz danach öffnete die Rezeption endlich wieder. Wir checkten ein und stellten direkt eine Waschmaschine an, damit wir nach dem Mittagessen noch in den Park können. Ein Echidna besuchte uns hinter dem Wohnmobil. Bei dem Regen konnte ich aber nicht hinausspringen und versuchen es zu fotografieren. Leider goss es immer noch, als wir mit dem Essen fertig waren und Waschmaschine und Trockner durch waren. Irgendwann hörte es auf zu regnen und die Sonne schaute ganz kurz heraus. Ich nutzte sofort die Gelegenheit, um das obligatorische Foto unseres Wohnmobils zu machen. Dem Boden und auch dem Wohnmobil sieht man deutlich an, dass es kurz zuvor noch ordentlich gegossen hat, aber mit Sonne sah alles gleich viel freundlicher aus.

Anschließend machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Visitor Centre. Unterwegs trafen wir ein Wallaby.

Cradle Mountain Shuttle Bus

Am Visitor Centre kauften wir uns Tickets für den Shuttlebus. Man darf nämlich mit dem Wohnmobil gar nicht und mit dem PKW nur außerhalb der Shuttlebuszeiten in den Park hinein fahren. Es fing schon wieder an zu gießen. Nach kurzer Wartezeit kam ein Bus und zwei andere Personen und wir stiegen ein. Die Straße wurde relativ schnell sehr schmal und kurvig. Die Busfahrer gaben sich ständig ihre Positionen durch und planten dann, wo sie sich entgegen kommen können. Die Fahrt bis ans Ende an den Dove Lake dauerte etwa 20 Minuten.

Ronny Creek

Unsere Haltestelle Ronny Creek kam kurz davor. An der Haltestelle ist eine Hütte und man wird durch Schilder gebeten sich für jeden auch noch so kurzen Walk in einem Buch zu registrieren. Also taten wir das, auch wenn wir nur ein paar hundert Meter gehen wollten. Nach wenigen Metern entdeckten wir die ersten Hinterlassenschaften eines Wombats. Wombatkot ist leicht zu erkennen, da er würfelförmig ist.

Wombats

Noch ein Stückchen weiter sahen wir dann auch schon das erste Tier. Wir waren extra hierher gekommen, um Wombats zu sehen, aber dass es so einfach werden würde, wussten wir nicht. Auf den ersten paar hundert Metern sahen wir einige ganz nah am Boardwalk und noch viel mehr in der Ferne.

Leider regnete es noch immer, sodass ich mit meiner Kamera sehr vorsichtig sein und mich immer vom Wind wegdrehen musste. Wir gingen bis zur Brücke über den Ronny Creek. Auf der zweiten Hälfte sahen wir keine Wombats mehr. Auf dem Rückweg zur Haltestelle kam sogar ganz kurz mal die Sonne heraus. Außerdem sahen wir noch einen Echidna, aber leider nur von hinten.

An der Haltestelle dokumentierten wir unseren Spaziergang als abgeschlossen und warteten auf den nächsten Shuttle. Um noch zum Dove Lake zu fahren war es zu spät. Dort fährt der letzte Bus um 17:30 Uhr los. Der Bus auf dem Rückweg war etwas voller, aber es gab noch freie Plätze. Bei der Fahrerin entdeckte ich eine interessante Konstruktion. Sie hatte einen Rucksack mit Trinkblase auf der Rückseite ihres Sitzes befestigt und den Schlauch nach vorne geführt um während der Fahrt trinken zu können. Das werde ich mir für lange Autofahrten merken, wenn ich keinen Beifahrer habe, der mir eine Flasche aufschrauben kann.

Zurück auf dem Campingplatz duschten wir erstmal schön warm. Die Sanitäranlagen hier sind zum Glück wieder sehr gut, vielleicht sogar die besten bisher. Der Platz scheint auch sehr beliebt zu sein. Zumindest auf unserem Loop sind alle Plätze besetzt. Trotzdem ist es nicht eng.

Heizung

Nach dem Duschen recherchierte ich, ob unsere Klimaanlage vielleicht auch heizen kann. Wir haben nämlich echt Angst zu erfrieren heute Nacht. Und tatsächlich fand ich eine Anleitung für ein ähnliches Modell und konnte daraus ableiten, wie man die Heizung einschaltet. Eine Info vom Vermieter wäre nett gewesen. Für viele andere Dinge haben wir ein ganz gutes Faltblatt bekommen. Die Klimaanlage wurde da leider vergessen. Aber egal, wir konnten bei angenehmen Temperaturen zu Abend essen. Gesellschaft leistete uns dabei ein Filander hinter unserem Wohnmobil. Wir werden auch über Nacht die Heizung auf einer niedrigen Temperatur laufen lassen. Sie ist zwar ziemlich laut, aber mit Ohrenstöpseln ist der Lärm sicher besser zu ertragen als die angekündigte Kälte. Wir hatten uns schon mehrere Schichten an Klamotten parat gelegt. Die brauchen wir jetzt hoffentlich doch nicht.

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