Du betrachtest gerade Australien 2025 Tag 23: Bay of Fires
Cosy Corner

Die Nacht war nicht ganz so kalt wie die vorherige. Heute Morgen lag auch kein Schnee. Aber es war immer noch total ungemütlich, grau und es regnete. Bis wir aufbruchbereit waren, hatten wir immerhin 6 °C erreicht.

Cradle Mountain – St Helens

Das erste Stück der Strecke kannten wir noch von vor zwei Tagen. Danach kamen wir kurzzeitig auf den Bass Highway und andere etwas größere Straßen. Sobald wir uns von der Richtung Hobart trennten, wurden die Straßen aber wieder kleiner und dann auch kurviger. Der Zustand war teilweise auch wieder schlecht. Zudem vermissten wir hier die häufig anzutreffenden und gut angekündigten Rastplätze aus dem Northern Territory, South Australia und Victoria. Auf Tasmanien müssen wir deutlich mehr suchen um Pausenplätze zu finden.

Ein neues Verkehrsschild haben wir heute auch kennengelernt. Ein gelbes Schild mit schwarzen Symbolen, links ein senkrechter Strich nach unten, dann ein Auto, daneben ein LKW und ganz rechts ein Strich nach oben. Wir vermuten, dass die Straße links keinen schweren Verkehr verträgt und LKWs deshalb rechts, also im Gegenverkehr, fahren sollen.

Wir hatten heute die ganze Fahrt über das Thermometer im Auge und feierten jedes gewonnene Grad. Als wir nach einer ganzen Weile die 20 °C knackten, freuten wir uns riesig. Maximal haben wir 23 °C gesehen. Bei Ankunft an der Ostküste in St Helens waren es immerhin noch 17 °C, Zeit für T-Shirt und kurze Hosen, aber nicht für lange, da dunkle Wolken aufzogen und es recht windig war. Unterwegs an einer Tankstelle wurden wir von der Tankwartin auch auf das schlechte Wetter angesprochen. Sie beschwerte sich erst über den Wind und meinte dann, dass sie sich nicht an einen so kalten November erinnern könne. Normalerweise sei es um diese Jahreszeit schon schön angenehm warm.

Campingplatz

Wir checkten erst am Campingplatz ein, da er praktisch auf dem Weg lag, und tankten auch schnell noch Frischwasser. Seit wir vor 5 Tagen Port Campbell verlassen haben, waren wir nur auf Campingplätzen, die kein echtes Trinkwasser anbieten, und deshalb war unseres jetzt komplett leer.

Bay of Fires

Anschließend fuhren wir zur Bay of Fires. Es war im Vorfeld gar nicht so einfach herauszufinden, wo man die schönen orangefarbenen Felsen findet. Nach ausführlichem Studium von Berichten und Satellitenbildern hatten wir uns für einen Spaziergang am Cosy Corner und für den Aussichtspunkt The Gardens entschieden.

Cosy Corner

Cosy Corner war ein Volltreffer. Wir hätten eventuell etwas näher an den schönsten Felsen parken können, wenn klarer gewesen wäre, wo sie liegen, und wenn man wüsste, in welche Seitenstraßen man mit einem Wohnmobil fahren kann. Wir waren auf Nummer sicher gegangen und mussten deshalb noch über zwei Strände laufen. Das war aber gar nicht schlimm bei wunderschönem weißem Sand, türkisfarbenem Meer und fast keinen anderen Menschen. Zu dem Zeitpunkt war es noch richtig schön sonnig, allerdings aufgrund des Windes nicht wirklich warm.

Als wir an der besten Stelle ankamen, begann wieder ein Kampf gegen das Wetter. Es zogen ganz dunkle Wolken auf. Und gerade solche Traumstrände sehen einfach bei Sonne besser aus. Mit etwas Warten auf Lücken in den Wolken bekamen wir im Großen und Ganzen die Bilder, die wir uns wünschten.

Der Name Bay of Fires hat übrigens nichts mit den orangefarbenen Flechten auf den Felsen zu tun. Er stammt aus der Zeit der Entdecker. Einer von ihnen sah damals in der Bucht Feuer von Ureinwohnern und vergab daraufhin den Namen.

Bei etwas höheren Luft- und Wassertemperaturen sowie Sonne wäre das wirklich eine traumhafte Bucht zum Baden. So musste ein bisschen mit den Füßen im Wasser herumlaufen reichen.

Die skurril geformten bunten Felsen hätte ich noch stundenlang aus allen möglichen Perspektiven fotografieren können.

Am Cosy Corner kann man übrigens auch campen. Oberhalb der Strände standen überall Wohnwagen und Wohnmobile. Es war dort voller als alle Campingplätze, auf denen wir bisher waren.

The Gardens

Wieder zurück am Wohnmobil fuhren wir weiter zu The Gardens. Der Aussichtspunkt begeisterte uns so gar nicht nach dem Cosy Corner. Ganz komisch fanden wir auch, dass über einen der beiden Strände jede Menge Leinen gespannt waren, vielleicht um Boote zu befestigen?

Auf dem Rückweg hielten wir noch Ausschau nach Pelikanen. Auf dem Hinweg hatten wir nämlich in St Helens welche gesehen, aber nicht gehalten, da wir so schnell wie möglich zum Cosy Corner wollten.

Campingplatz

Der Campingplatz ist übrigens sehr ordentlich. Die Sanitäranlagen sind wieder top. Die Duschen laufen nur 5 Minuten und mit einer vorgegebenen Temperatur, aber beides war für uns völlig ausreichend. Alles sieht neu und sehr gepflegt aus. Wir haben einen Platz am Ende einer Reihe bekommen. Hinter uns steht niemand, weil dort das Küchengebäude ist. Der Platz neben uns blieb frei genauso wie der vor uns auf der anderen Straßenseite. Ansonsten schienen viele Plätze besetzt zu sein. Wir sahen aber keine Plätze voller Gerümpel wie auf manch anderen Campingplätzen.

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