Du betrachtest gerade Australien 2025 Tag 7: Erldunda – Coober Pedy
Motorwarnleuchte

Wir hatten eine schreckliche Nacht. Als wir ins Bett gingen, fing es an zu gewittern. Das Gewitter sollte allerdings unser geringstes Problem sein. Bis auf ein paar Blitze und kurzzeitig etwas Regen wurde nicht viel daraus.

Mückenplage

Allerdings scheint irgendwas am Wohnmobil nicht insektensicher zu sein, obwohl alle Fenster Moskitonetze haben. Wir lagen die halbe Nacht wach, weil wir ständig Mücken um die Ohren summen hatten.

Gegen halb 3 veranstalteten wir eine ca. halbstündige Mückenjagd mit Rotlicht, um nicht noch mehr von den Plagegeistern anzulocken. Wir erwischten ca. 15 Stück. Leider waren das nicht alle. Kurz nachdem wir versuchten wieder einzuschlafen, hatten wir erneut ein Surren um die Ohren. Wir gaben auf, sprühten uns mit Insektenschutz ein und deckten uns trotz der noch immer unerträglichen Hitze mit den zusätzlichen Bettlaken zu, die wir erhalten hatten, nachdem wir zunächst nur ein einziges für zwei Betten hatten.

Als der Wecker heute Morgen klingelte, waren wir alles andere als ausgeschlafen. Die letzten Nächte hatten wir durch das frühe Aufstehen eigentlich viel weniger Schlaf, aber sie waren deutlich erholsamer. Die Mücken waren leider auch erfolgreich. Wir haben einige neue Stiche, die wir direkt mit dem Stichheiler behandelt haben. Ich hoffe sie entzünden sich nicht so wie zwei Stiche von vor ein paar Tagen an meinem Fußgelenk. Die Stellen sind inzwischen ganz dick und dunkelrot, obwohl ich überhaupt nicht gekratzt habe.

Grenze Northern Territory – South Australia

Die Fahrt verlief zu Beginn ganz gut. Wir konnten durchgängig die mit dem Mietwohnmobil erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h fahren und der Stuart Highway hatte auch dauerhaft eine äußere Fahrbahnmarkierung. Zum Frühstück hatten wir noch unser letztes Obst gegessen, da wir nach wenigen Kilometern die Grenze zu South Australia überquerten und man kein frisches Obst oder Gemüse über die Grenze bringen darf. An der Grenze gab es keine Kontrolle, sondern nur Hinweisschilder auf das Verbot und auf einen Quarantänemülleimer im nächsten Ort, Marla, in über 150 km Entfernung.

Werkstattbesuch in Marla

Auf dem Weg nach Marla zog das Wohnmobil dann plötzlich nicht mehr richtig. Wir kamen nicht mehr über 90 km/h. Zunächst dachten wir, wir würden vielleicht bergauf fahren. Dann hatten wir kurz den starken Gegenwind im Verdacht. Aber als uns ein anderes Wohnmobil überholte, wussten wir endgültig, dass etwas nicht stimmte. Zu dem Zeitpunkt gab es keine Anzeigen o.Ä. im Display. In Marla an der Tankstelle fragten wir nach einem Mechaniker und bekamen den Tipp zu Errol’s Repairs im Ort zu fahren. Der ältere Herr saß vor seiner Werkstatt und schraubte gerade an einem Klein-LKW. Er war sehr freundlich, aber konnte nicht helfen, da er kein Gerät zum Auslesen von Fehlercodes hat.

Uns blieb also nichts anderes übrig als erst mal weiter zu fahren. Erst ging das auch wieder ganz normal. Aber nach einiger Zeit wurden wir wieder ausgebremst. Kurz danach ging eine gelbe Motorwarnleuchte an.

Das war uns dann endgültig zu bunt. Zum Glück waren wir kurz vor einem Roadhouse. Wir erreichten das Cadney Homestead Roadhouse bei Regen und unter 20 °C. Deshalb mussten wir erst mal die Regenjacken auspacken. Empfang hatten wir natürlich keinen, aber vor der Tür standen gute alte Münztelefone. Von dort kontaktierten wir Maui.

Maui Hotline

Nach unseren schlechten Erfahrungen letztes Jahr mit der Road Bear Hotline in den USA hatten wir schon die schlimmsten Befürchtungen. Road Bear und Maui gehören nämlich beide zur thl-Gruppe. Maui war aber direkt erreichbar und der Herr am Telefon war zusätzlich noch sehr hilfsbereit. Durch den eingebauten GPS-Sender konnte er uns sofort orten. Wir mussten nicht beschreiben, wo wir waren. Er wollte nur wissen, bis wohin wir am heutigen Tag noch kommen mussten. Seine Vermutung war, dass das Wohnmobil im Limp Mode sei. Das käme öfter vor. Wir sollten die Anzeige des Symbols ignorieren und bis zu unserem Campingplatz mit 90 km/h weiterfahren. Dorthin würde man uns einen Mechaniker schicken.

Kängurus und Dingo

Auf dem Weg wurde es noch tierisch. Nach etlichen überfahrenen Kängurus in den letzten Tagen sahen wir unser erstes lebendiges. Es stand am Straßenrand und sah uns an. Als wir ungefähr auf seiner Höhe waren, hüpfte es los, zum Glück in die richtige Richtung, also von der Straße weg. Später sahen wir ein weiteres Känguru davonhüpfen. Und dann lief noch ein Dingo von der Straße weg.

Oversize Load Transport mit Pilot Car

Ca. 30 km vor Coober Pedy fuhren wir auf einen Oversize Load Transport mit Pilot Car auf. Er hatte eine Baumaschine geladen und war wirklich so breit, dass wir keine Chance hatten ihn zu überholen. Selbst für einen PKW wäre ein Überholen unmöglich gewesen. Wir mussten also die letzten Kilometer mit 60 bis 70 km/h hinter ihm herfahren.

Interessant war zu beobachten, was der Gegenverkehr tat. Wir sahen, wie ein PKW auf Schotter neben der Straße fuhr und dort anhielt. Wir hatten schon gedacht, dass das die einzige Möglichkeit sei. Auf dem Weg vom Uluru weg war uns ebenfalls ein Pilot Car vor einem LKW mit einem Haus darauf entgegen gekommen. Dort hatten wir bereits überlegt, was wir tun sollten. Wir waren damals langsam weiter gefahren und hatten dann aus der Ferne erkannt, dass wir aneinander vorbei kommen würden, wenn wir ganz am linken Rand fahren. An der Stelle war das auch gut so, da der Rand sehr rau war.

Maui

Als wir Coober Pedy erreichten und wieder Empfang hatten, sahen wir eine E-Mail von Maui mit der Frage nach unser Stellplatznummer und der Bitte im Bordcomputer den Wert für einen Filter auszulesen. Ohne Anleitung, die ja in Mietwohnmobilen immer fehlt, fanden wir den Wert nicht und riefen deswegen erneut bei Maui an. Wir bekamen leider eine andere Dame ans Telefon. Sie war zwar auch hilfsbereit, aber kam uns nicht besonders kompetent vor. Sie durchschaute das ganze Thema nicht so ganz.

NRMA

Sie beauftragte aber den NRMA, die australische Pannenhilfe, für uns und der wiederum beauftragte seine Partner hier in Coober Pedy. Sie sollten innerhalb von 60 Minuten zu uns kommen.

Pannenhilfe

Das taten sie ziemlich genau auf die Minute. Die Kommunikation mit den beiden Herren war ziemlich schwierig. Der eine konnte praktisch gar kein Englisch und der andere sprach auch nicht besonders gut und mit sehr starkem Akzent. Sie ließen sich nochmal alles beschreiben und lasen dann Fehlercodes aus. Es gab wohl tatsächlich welche. Alle bis auf einen zum Media Player konnten sie zurücksetzen. Was die anderen genau waren, konnten wir nicht herausfinden.

Die beiden sind optimistisch, dass jetzt alles in Ordnung ist. Wir sind uns da nicht so sicher. Zumindest geht beim Start im Moment die Warnleuchte nicht an. Das hat sie aber schon vor dem Zurücksetzen der Fehlercodes nicht mehr getan, vermutlich, weil der Motor eine Weile aus war. Sie meinten, wir sollten morgen früh 20 km fahren und schauen, ob alles funktioniert. Wenn nicht, sollen wir sie wieder kontaktieren. Dann müssten sie mit dem Vermieter sprechen.

Nachdem die beiden weg waren, hatten wir nochmal einen Anruf vom NRMA. Sie wollten sichergehen, dass jetzt alles in Ordnung ist. Das konnten wir natürlich noch nicht bestätigen. Wir hoffen morgen nach Port Augusta zu kommen. Wir glauben nämlich nicht daran, dass die zwei Spezis noch irgendwas bewirken können.

Wetter

Wir müssen uns übrigens erst mal an die veränderten Temperaturen gewöhnen. Von gestern Nachmittag 42 °C in Erldunda auf jetzt 16 °C in Coober Pedy ist schon ein ziemlicher Sturz. Immerhin hat es aufgehört zu regnen.

Campingplatz Coober Pedy

Der Campingplatz ist bis auf die ganz guten Sanitäranlagen nicht besonders toll, aber das hatten wir schon geahnt. So mitten im Niemandsland gibt es leider nicht viele Alternativen. Wir hatten im Vorfeld auch überlegt diese Strecke gar nicht zu fahren, sondern zu fliegen, aber zweimal ein Wohnmobil zu mieten schien uns dann viel zu umständlich. Deshalb nehmen wir jetzt die langen und langweiligen Fahrtage in Kauf.

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