Du betrachtest gerade Island 2026 Tag 2: Brúarfoss und Geysir

Auch heute brauchten wir wieder keinen Wecker. Die Nacht war wärmer als gedacht. Bei ähnlichen Außentemperaturen war es in Australien im Wohnmobil deutlich kälter. Vielleicht hat man hier bessere Decken oder das Wohnmobil ist ein bisschen isoliert. Morgens war es zunächst trocken und 8 °C warm. Nach dem Frühstück fuhren wir zum Brúarfoss. Theoretisch kann man ein Stück entfernt kostenlos parken und zum Wasserfall wandern. Aufgrund des Wetters und unseres vollen Zeitplans entschieden wir uns noch ein Stück näher an den Wasserfall auf einen kostenpflichtigen Parkplatz zu fahren. Die letzten drei Kilometer führten über eine Schotterstraße, die aber mit den erlaubten 30 km/h auch mit einem Wohnmobil gut zu befahren war.

Parken mit der Parka App

Den Parkplatz bezahlt man mit der App Parka. Die wird in Island für viele Parkplätze und Campingplätze genutzt. Zusätzlich zu den Gebühren fürs Parken beziehungsweise Übernachten zahlt man noch eine Gebühr an Parka, entweder pro Transaktion oder mit einem Abo pro Monat. Bei unserer Wohnmobilvermietung hatten wir gefragt, was sie für günstiger halten, da wir nicht abschätzen konnten wie oft wir Parka werden nutzen müssen. Der Herr von McRent hatte aber noch nie von den Modellen gehört und behauptete, das Abo sei für die Locals. Wir schauten uns die Beträge heute nochmals an und entschieden uns für das Abo. Ab der 6. Transaktion lohnt es sich nämlich.

So ganz eindeutig war auch der Parkvorgang nicht. Man zahlt am Brúarfoss für vier Stunden. Etwas seltsam war, dass auf den Schildern stand, man solle bezahlen, bevor man den Parkplatz verlässt. Als wir das taten, wurde uns zunächst angezeigt, dass wir jetzt den ganzen Tag parken können. Danach wurde uns dann ein Vier-Stunden-Block ab dem Zeitpunkt, wo wir wegfahren wollten, angezeigt. Hoffentlich macht das nicht noch Probleme.

Brúarfoss

Als wir den Parkplatz erreichten, goss es gerade richtig. Wir warteten etwas ab, bis der Regen nachließ. Dann machten wir uns auf den kurzen Fußweg zum Wasserfall. Als wir dort ankamen, nieselte es schon wieder. Nach einer Weile hörte der Regen auf und die Sonne kam sogar ganz kurz heraus. In der Sonne war der Wasserfall besonders schön blau. Ich nutzte ausnahmsweise sogar mein Stativ und einen ND-Filter, da mir Wasserfälle mit dem schönen Schleiereffekt einfach viel besser gefallen. Bei allen anderen Gelegenheiten bin ich ja viel zu faul für ein Stativ.

Nachdem wir eine Weile fotografiert hatten, wurde der Himmel wieder ganz schwarz. Wir machten uns schnell auf den Rückweg zum Parkplatz und kamen gerade noch rechtzeitig am Wohnmobil an. Während wir zu Mittag aßen, goss es wieder fürchterlich.

Campingplatz

Anschließend fuhren wir weiter zum Geysir Campingplatz. Unterwegs hörte es auf zu regnen. Wir hatten uns ausgedacht auf dem Campingplatz direkt an den Geysiren zu übernachten. Der interessanteste, der Strokkur, bricht alle 5 bis 10 Minuten aus. Leider kann man fast komplett um ihn herum gehen, sodass man von jeder Position andere Leute im Bild hat. Spät abends oder früh morgens hofften wir das Problem umgehen zu können.

Als wir am Campingplatz ankamen, war die Rezeption noch nicht besetzt. Es gab aber ein Schild, das uns erlaubte uns schon einen Platz zu sichern. Wir gingen erst mal zu Fuß über das Gelände, um uns einen Platz auszusuchen. Dabei schauten wir uns hauptsächlich den Untergrund an. An einigen Stellen war der Boden vom vielen Regen sehr stark aufgeweicht und es gab tiefe Reifenspuren. Wir fanden aber einen Bereich, in dem der Boden nicht so nass war.

Strokkur

Nachdem wir dort geparkt hatten, gingen wir zum Strokkur. Den ersten Ausbruch verpassten wir mit der Kamera. Ab dem zweiten bekamen wir so langsam ein Gefühl. Teilweise lagen ziemlich genau 5 Minuten zwischen zwei Ausbrüchen. Später kamen die Ausbrüche etwas unregelmäßiger und lagen etwas weiter auseinander. Wir schossen trotz der Personen einige Bilder, vor allem um Einstellungen zu testen und das Timing zu üben. Von einer Seite sieht man richtig schön, wie sich erst eine blaue Halbkugel bildet, bevor der Geysir dann richtig ausbricht. Diese Halbkugel zu erwischen war selbst mit Serienbildeinstellung gar nicht so leicht.

Bei einigen Ausbrüchen wurden die Leute auf der einen Seite ordentlich nass.

Andere Geysire

Nachdem wir genug gesehen und ausprobiert hatten, schauten wir uns noch einige der anderen Geysire an. Sie waren aber, ehrlich gesagt, ziemlich langweilig nach dem Strokkur und vor allem nach den deutlich spektakuläreren Geysiren und Pools im Yellowstone Nationalpark in den USA und im Wai-O-Tapu Thermal Wonderland in Neuseeland.

Schade, dass der Stóri Geysir heutzutage nur noch sehr selten ausbricht. Es gibt zwar gelegentlich kleinere Eruptionen, große Ausbrüche sind aber äußerst selten – der letzte richtige war 2016. Einen solchen Ausbruch des ältesten bekannten Geysirs und Namensgebers aller Geysire zu sehen, wäre sicher ganz nett gewesen.

Die ganze Runde gingen wir nicht, da es dort nicht mehr viel zu sehen gab, es steil bergauf ging und der Himmel auch schon wieder ganz schwarz wurde. Zurück im Wohnmobil sicherten wir unsere Fotos und ich prüfte, ob der Effekt bei den Wasserfallbildern gut geworden war und wie die Bilder des Geysirs aussahen. Währenddessen begann es wieder richtig zu schütten. Als um 17 Uhr die Rezeption öffnete, checkten wir ein und gingen auch direkt duschen. Die Sanitäranlagen sind deutlich besser als auf dem letzten Campingplatz, die WCs sind richtig gut, die Duschen mittelmäßig.

Nach dem Abendessen war es wieder trocken und wir gingen nochmal zum Strokkur. Jetzt war dort deutlich weniger los. Leider schafften es die wenigen Leute, die noch unterwegs waren, doch immer wieder im falschen Moment durchs Bild zu laufen. Und der Strokkur war auch irgendwie nicht mehr so berechenbar. Er ließ sich oft deutlich mehr als 5 Minuten Zeit und die Ausbrüche waren auch sehr unterschiedlich stark.

Dazu kam noch, dass es inzwischen so kalt war, dass wir Handschuhe und Mütze brauchten. Als es wieder anfing zu regnen, gingen wir zurück zum Wohnmobil.

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