Du betrachtest gerade Island 2026 Tag 1: Wohnmobilabholung

Wir wachten heute eine Weile vor unserem Wecker auf. Der Himmel war strahlend blau, aber die Straßen so nass, dass es über Nacht ordentlich geregnet haben muss. Das Frühstück im Hotel war sehr gut. Nach dem Frühstück drehten wir nochmal eine kleine Runde ums Hotel.

Flughafentransfer

Pünktlich um 9:30 Uhr wurden wir dann direkt vorm Hotel von unserer Wohnmobilvermietung abgeholt. Den Transfer hatten wir dazu gebucht, da ein Taxi teurer gewesen wäre. Bei der Vereinbarung der Abholung hatte man uns angeboten uns am Flughafen, am Flughafenhotel oder irgendwo im Ort einzusammeln. Wir hatten nur eigentlich erwartet, dass uns irgendein kleiner Bus abholt. Stattdessen fuhr jemand mit unserem Wohnmobil vor. Das hatten wir noch nie bei einer Wohnmobilmiete und waren entsprechend erstaunt. Der Fahrer fuhr uns zur Station.

Währenddessen ließen wir schon mal den Blick durch das Wohnmobil schweifen und waren sehr positiv überrascht. Alles sah sehr ordentlich aus und einige Dinge auch besser durchdacht, als wir es in anderen Wohnmobilen schon gesehen haben.

Wohnmobilübernahme

Der Fahrer war auch sehr nett. Ebenso sein Kollege, der mit uns im Büro der Station den ganzen Papierkram erledigte und uns alles erklärte. Er nahm sich auch sehr viel Zeit. Das Wohnmobil hat die ein oder andere Besonderheit.

Theorie

Beispielsweise erkennt es Frost automatisch, öffnet dann ein Ventil und lässt das Frischwasser aus dem Tank. Wenn das passiert, müssen wir warten, bis es wieder wärmer wird, dann das Ventil schließen und Wasser nachfüllen.

Außerdem kann der Kühlschrank über Batterie, Gas oder den angeschlossenen Strom laufen. Ein Automatikmodus erkennt das theoretisch. Nur leider sind schon einige Kühlschränke kaputt gegangen, weil sie die Schwankungen im Stromnetz der Campingplätze nicht vertragen. Deshalb dürfen wir den Kühlschrank nicht über den angeschlossenen Strom betreiben und müssen, wenn wir angeschlossen sind, immer manuell in den Gasmodus wechseln. Das gefällt uns natürlich nicht, da das den Gasverbrauch erhöhen wird. Wenigstens haben wir zwei Gasflaschen, sodass wir immer direkt auffüllen können, wenn eine Flasche leer ist. Zu Beginn ist eine voll und eine so wie der Vormieter sie zurückgegeben hat. Wir müssen auch eine voll zurückgeben und bei der anderen ist es egal.

Auch mit dem Wetter müssen wir hier mehr aufpassen, z.B. dürfen wir ab einer Windgeschwindigkeit von 15 m/s nicht mehr fahren. Wir hatten im Vorfeld schon einige Apps heruntergeladen und Websites gespeichert. Der Herr von unserer Wohnmobilvermietung zeigte uns zum Großteil genau diese. Außerdem erklärte er uns, dass die Vermietung bei gefährlichen Witterungsbedingungen WhatsApp-Nachrichten an alle Mieter versendet. Interessant ist, dass es auf den Straßen immer wieder Schilder gibt, die die Temperatur und die Windgeschwindigkeit anzeigen.

Wohnmobil

Nach dieser theoretischen Einführung übergab er uns an eine Dame, die uns am Wohnmobil noch Einiges erklären sollte. Sie war von Anfang an nicht besonders motiviert oder freundlich und schien es eilig zu haben. Leider entdeckten wir dann Probleme.

Das Fenster hinten am Bett und das Fenster in der Küche ließen sich nicht öffnen. Bei beiden war uns außen an den Rändern schon schwarzes Klebeband aufgefallen.

Das Fenster hinten am Bett konnten wir noch irgendwie akzeptieren, da wir keine große Hitze erwarten und es noch einige andere Fenster gibt. Aber das kaputte Fenster über dem Herd kam für uns nicht in Frage. Mit Gas zu kochen und dann nicht lüften zu können geht einfach nicht. Das Wohnmobil tauschen konnten wir nicht, da es von unserem Modell kein weiteres gab. Ein anderes großes hatten sie noch im Angebot, aber dann hätten wir ein Bett über der Essecke gehabt und immer hoch und runter fahren müssen. Bei so einem teuren Wohnmobil kam ein solcher Kompromiss für uns nicht in Frage.

Fenstertausch

Ich hatte direkt ein anderes Wohnmobil der gleichen Marke im Blick, bei dem man ein Fenster hätte tauschen können. Angeblich hatte das Fenster aber eine andere Größe. Die Leute von McRent fanden dann irgendwo im Lager ein anderes Fenster mit einem kleinen Riss, aber ansonsten funktionsfähig, und meinten das würde passen. Mein Augenmaß sagte etwas anderes. Nach einer Weile stellten sie auch fest, dass es nicht passte, und gingen dann doch zu dem Wohnmobil, das mir direkt aufgefallen war. Und tatsächlich fanden sie dort ein Fenster und konnten es bei uns einbauen. Wir mussten dann noch bemängeln, dass bei diesem Fenster einer der Verschlüsse nicht funktionierte. Der war aber zum Glück leicht zu tauschen. Danach konnten wir endlich losfahren. Die Übernahme hatte 2,5 Stunden gedauert.

Einkauf

Wir fuhren in den Nachbarort, um dort einzukaufen. Die Obst- und Gemüseabteilung war sehr gewöhnungsbedürftig. Das war ein eigener Raum, in dem es sehr kalt war. Noch getoppt wurde diese Abteilung von der für Milch- und Fleischprodukte. Das war wieder ein eigener Raum, der tatsächlich Kühlschranktemperatur hatte, sodass die Waren einfach im Regal lagen. Selbst mit Pulli und Jacke froren wir dort. Nach dem Einkauf aßen wir endlich zu Mittag. Dabei fing es an zu regnen. Anschließend hoben wir noch etwas Geld ab und ließen uns im Supermarkt einen Schein in Münzen wechseln, da wir im Laufe der Reise einige Campingplätze mit Münzduschen haben werden.

Zu unserem Campingplatz hatten wir dann noch etwas mehr als eine Stunde zu fahren. Es goss immer mal wieder und auf den Anzeigetafeln wurden 8 °C angezeigt. Die Windgeschwindigkeit lag deutlich unter den kritischen 15 m/s.

Campingplatz

Als wir am Campingplatz ankamen, war es zum Glück trocken. Den Campingplatz hatten wir vorgebucht, da er als einer von ganz wenigen reservierbar ist. Nur Strom musste man vor Ort noch dazu buchen. Das ging online nicht. Als wir vor einigen Monaten gebucht hatten, waren einige Plätze um uns herum schon besetzt. Jetzt ist unser Bereich seltsamerweise fast leer. Das gefällt uns natürlich sehr gut.

Nicht so toll ist aber der Stromanschluss. Ein Kabelende lag neben unserem Platz, hatte aber einen falschen Anschluss. Bei einigen anderen Plätzen lagen welche mit korrektem Anschluss. An einer Stelle war ein echter Stromkasten mit mehreren Anschlüssen. Unser Kabel reichte so gerade eben bis dorthin. Leider mussten wir auch eine Weile mit unserem Kabel spielen. Es besteht aus zwei Teilen: einmal CEE-Stecker (für die Stromsäule am Campingplatz) zu Schuko-Kupplung und einmal Schuko-Stecker zu CEE-Kupplung (für den Anschluss am Wohnmobil). Der Schukostecker sitzt so locker, dass er den Kontakt verliert, wenn man das Kabel nur minimal bewegt.

Einen Wasserschlauch hat man hier übrigens, anders als in vielen anderen Ländern, nicht im Wohnmobil. Angeblich gibt es an den Campingplätzen immer lange Schläuche. Für diesen Campingplatz stimmt das schon mal.

Die Sanitäranlagen sind sehr minimal (je ein WC und eine Dusche für Damen und für Herren und noch ein größerer Raum mit barrierefreiem WC, Dusche und Wickeltisch), ziemlich heruntergekommen und nicht besonders sauber. Hoffentlich ist das nicht der Standard hier. Wir fürchten das so ein bisschen nach unseren Recherchen im Vorfeld. Zur Not müssen wir doch im Wohnmobil duschen. Das konnten wir bei unseren bisherigen Reisen bis auf ganz wenige Ausnahmen vermeiden.

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