Heute Morgen war es so kalt, dass wir zum ersten Mal die Heizung im Wohnmobil anmachten um zu frühstücken. Es war auch weiterhin grau und sehr windig. Da es auf dem Campingplatz am Víking Cafe keine Dump Station gab und es bei unserem nächsten Campingplatz nicht klar war, ob es eine gibt, fuhren wir zur Sicherheit nochmal ein kleines Stück zurück nach Höfn, leerten dort am Campingplatz unsere Tanks und füllten Frischwasser auf.
Anschließend fuhren wir auf dem Hringvegur weiter. Direkt hinter der Abzweigung zu Stokksnes fuhren wir durch unseren ersten Tunnel. Ein paar hundert Meter nach der Ausfahrt entdeckte ich eine Herde Rentiere. Leider gab es keine Möglichkeit zu halten. Kurz danach sah ich noch zweimal welche. Der Hringvegur schlängelt sich hier im Südosten an den Fjorden entlang. Wir hatten fast die ganze Zeit Aussicht auf schneebedeckte Berge auf der einen Seite und Küste auf der anderen. Theoretisch hätte man an einigen Stellen noch anhalten und auch etwas herumlaufen können, aber wir wollten vom nächsten Campingplatz aus noch eine Wanderung machen. Deshalb hielten wir nur an einer Stelle kurz.
An einem der Fjorde sah ich nochmal ein paar Rentiere, aber wieder ohne Haltemöglichkeit. Auf der Fahrt kamen uns jede Menge Reisebusse entgegen. Wir hatten schon die Theorie, dass sie vielleicht Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes zu den Sehenswürdigkeiten karren. Als wir an Djúpivogur vorbeifuhren, bestätigte sich diese Vermutung. Im Fjord lag ein großes Kreuzfahrtschiff und kleine Boote pendelten hin und her. Wir fragten uns, bis wohin die Leute in einem Tag kommen könnten. An Jökullsárlón hatten wir ein Gespräch von einer Gruppe Kreuzfahrern gehört, die gerne mehr Zeit gehabt hätten. Eine Dame meinte, „1,5 Stunden hier wären toll gewesen“, eine andere stimmte zu und meinte „mindestens“.
Campingplatz
Zu unserem Campingplatz mussten wir eine teilweise sehr steile Schotterstraße hinauf. Sie war aber in ganz ordentlichem Zustand. Auf dem Campingplatz war nicht viel los. Wir suchten uns einen Platz mit Sicht auf die Berge aus.
Die Rezeption war nicht besetzt, aber wir konnten über Parka buchen. Da es inzwischen schon Mittag war, aßen wir noch schnell im Wohnmobil und starteten dann bei Sonnenschein zu unserer Wanderung.
Fossárdalur
Sie verläuft auf einer Schotterstraße, die aber nur auf den ersten paar hundert Meter befahren wird, am Fluss Fossá entlang. Auf dem ersten Stück waren wir etwas frustriert, weil wir immer irgendwelche Gebäude auf unseren Fotos hatten.
Vindásfoss
Dann wurde die Sicht aber richtig toll. Am Vindásfoss legten wir die erste große Fotosession ein.
Auf dem weiteren Weg zu unserem Ziel, dem Múlafoss, ergaben sich auch immer wieder tolle Perspektiven.
Múlafoss
Und am Múlafoss selbst verbrachten wir auch eine Weile.
Auf dem gesamten Weg dorthin waren wir keiner einzigen Person begegnet. Am Múlafoss kam uns eine Gruppe von Wanderern entgegen, die weiter zu anderen Wasserfällen gewandert war. Wir waren unterwegs an einem Allradbus vorbei gekommen und vermuteten, dass sie damit gekommen waren. Aus Zeitgründen konnten wir nicht weiter gehen. Das war aber von vornherein so geplant, da wir den Múlafoss als spektakulärsten Wasserfall recherchiert hatten. Kurz nachdem wir uns auf den Rückweg gemacht hatten, kam uns noch ein Paar entgegen. Mehr Leute trafen wir nicht.
Vom Campingplatz konnte man noch einen ganz kurzen Weg zu einem weiteren Wasserfall gehen. Ich testete den Weg, war aber enttäuscht, da der Wasserfall nicht besonders spektakulär war und auch irgendwas aus Beton drum herum gebaut war.
Als wir zum Campingplatz zurück kamen, waren noch ein paar andere Camper da. Bisher ist der Platz aber nicht voll. Wir gingen noch bei der Rezeption vorbei, da wir Wäsche waschen mussten. Die Dame legte uns nagelneue Duschen ans Herz, die nur noch keine Möglichkeiten zum Aufhängen haben sollten. Wir probierten sie natürlich aus. Nagelneu und sauber waren sie. Das Konzept war aber etwas seltsam. Es gab einzelne Duschkabinen. Zwischen dem Duschvorhang und der Tür waren aber nur ca. 25 cm Platz. Soll man sich da später umziehen? Oder werden die Eingänge vielleicht noch mit Damen und Herren beschriftet und man zieht sich dann im Vorraum um?



















