Heute stand endlich unsere erste Wanderung auf dem Plan. Bis um die Mittagszeit war Sonne vorhergesagt. Beim Frühstück waren noch ein paar Wolken am Himmel, aber die verzogen sich schnell. Wir starteten die Wanderung direkt vom Campingplatz und trugen nur lange Hose und Fleecejacke. Die Regenjacke war im Rucksack. Nach wenigen Metern bergauf zog ich schon die Fleecejacke aus und kurze Zeit später zippte ich die Beine von meiner Wanderhose ab. Vorhergesagt waren bis 15 °C. Welche Temperatur wir tatsächlich hatten, wissen wir nicht, aber in der Sonne und fast ohne Wind war es richtig schön warm. Ein besseres Wetter hätte ich mir für heute nicht wünschen können. Der Weg führte zwar ordentlich bergauf, war aber nicht zu steil und dadurch angenehm zu gehen.
Svartifoss
Der erste Aussichtspunkt war am Svartifoss. Der Wasserfall ist nicht besonders groß, aber die Felsen um ihn herum sind sehr speziell. Sie sind nämlich säulenförmig. Leider lag die eine Hälfte so früh morgens noch im Schatten.
Danach ging es weiter über eine Art Hochebene. Auf dem gesamten Weg vom Svartifoss zum Hauptziel Sjónarnípa trafen wir keine einzige Person.
Sjónarnípa
Auch am Aussichtspunkt waren wir zunächst ca. 15 Minuten alleine. Dann kamen nach und nach weitere Wanderer an. Vom Aussichtspunkt sieht man auf den Skaftafellsjökull und seine Lagune mit einigen Eisbergen.
Auf diese Aussicht hatte ich mich schon seit der Planung gefreut und nur gehofft, dass das Wetter mitspielt und die Aussicht nicht durch jede Menge bunte Flecken von Personen auf dem Eis oder am Ufer der Lagune gestört werden kann. Anscheinend kommt man in dem Bereich nicht ans Ufer und es gibt auch keine Touren auf den Gletscher. Nachdem wir ausgiebig fotografiert und einen Müsliriegel gegessen hatten, machten wir uns auf den Weg hinunter.
Auf den ersten Metern hatten wir weiterhin eine Sicht auf Teile des Gletschers und die Lagune, danach nur abwechselnd gar keine Aussicht oder Aussicht auf flaches Land. Der Weg war bei weitem nicht so angenehm zu gehen wie der Weg nach oben. Es gab jede Menge Stufen, die teilweise sehr hoch waren. Uns kamen jetzt auch einige Leute entgegen, die wir auf dem schmalen Weg immer durchlassen mussten. Wenn wir jemanden beraten müssten, würden wir auf jeden Fall empfehlen den Weg hoch zu gehen, den wir gegangen sind. Für den Rückweg würden wir empfehlen den dritten Weg auszuprobieren, der zwischen unseren beiden Wegen verläuft. Vielleicht ist er angenehmer zu gehen oder zumindest nicht so voll. Falls dieser Weg auch nicht besser ist, wäre unser Favorit sogar den gleichen Weg zurück zu gehen und die Aussichten nochmal in der Gegenrichtung zu genießen.
Unten auf dem Campingplatz angekommen aßen wir zu Mittag. So langsam zogen wie angekündigt Wolken auf.
Svínafellsjökull
Nach dem Essen fuhren wir zum Svínafellsjökull. Dort konnte man noch kostenlos parken. Als wir ausstiegen, merkten wir sofort einen deutlichen Temperaturunterschied zu heute Morgen, obwohl wir nur wenige Kilometer entfernt waren. Wir brauchten direkt eine lange Hose und eine Fleecejacke und zogen kurze Zeit später auch die Regenjacken an. Der Gletscher sah wieder ganz anders aus. Leider hingen aber graue Wolken über dem oberen Teil. Wir liefen eine Weile umher und fotografierten.
Ich nahm mir auch wieder Zeit für einige Detailaufnahmen.
Anschließend fuhren wir zurück zum Campingplatz. Unser Platz von letzter Nacht war zum Glück noch frei. Wir hatten erst überlegt noch vom Campingplatz zum Fuß des Gletschers zu laufen, aber es war dann doch schon ziemlich spät.


















