Heute Morgen war der Campingplatz erstaunlich voll. Damit hatten wir gar nicht mehr gerechnet, nachdem er erst fast leer war. Da wir nicht in Haukafell übernachtet hattet, mussten wir unsere Pläne etwas ändern. Eigentlich wollten wir direkt vom Campingplatz eine Wanderung zum Fláajökull machen. Da wir am Haukafell Campingplatz keine Parkplätze für Tagesgäste gesehen hatten, steuerten wir einen alternativen Parkplatz am Fláajökull an. Den hatten wir im Vorfeld schon herausgesucht, weil Haukafell lange Zeit geschlossen war. Wir mussten erst ein Stück den Hringvegur zurück und dann wieder 7 Kilometer über eine Schotterpiste fahren. Sie war in deutlich schlechterem Zustand als die gestern, aber mit einem Wohnmobil noch so gerade zu meistern.
Fláajökull
Vom Parkplatz aus liefen wir ein Stück, um eine Sicht von vorne auf den Gletscher zu bekommen. Es war richtig kalt. Wir packten nach und nach immer mehr Teile unserer Winterausrüstung aus. Als ich dabei war meine Handschuhe anzuziehen, fiel mein Blick rechts von uns, also auf der anderen Seite als der Gletscher, auf einen hellen Fleck in der Ferne. Irgendwie hatte ich so ein Gefühl, dass das kein Schaf war.
Rentiere
Ich zückte schnell meinen Zoom und stellte zu meiner großen Freude fest, dass es ein Rentier war. Als ich zu Hause recherchiert hatte, war ich eigentlich zu dem Schluss gekommen, dass wir zu dieser Jahreszeit keine Chancen mehr auf eine Sichtung haben würden, da die Rentiere sich schon in höher gelegene Regionen zurückgezogen haben. Ich konnte mich dem Rentier noch ein Stück nähern, um es etwas besser sehen zu können. Fotografieren war aber immer noch schwierig.
Ein Stück entfernt entdeckte ich noch drei weitere. Nach kurzer Zeit liefen aber leider alle weg. Wir gingen ein Stück weiter um noch ein paar Fotos vom Gletscher zu machen, aber ohne Sonne und mit grauen Wolken überzeugte er uns nicht so sehr wie einige der anderen in den letzten Tagen. Man kam auch nicht so nah heran.
Höfn
Deshalb kehrten wir bald um. Auf der Fahrt zu unserem nächsten Campingplatz tankten wir noch kurz in Höfn und kauften ein. Hier gibt es leider keinen Bónus oder Krónan, sondern nur einen Nettó, der nichts mit unserem Netto in Deutschland zu tun hat. Obwohl inzwischen die Sonne herausgekommen war, fühlte es sich weiterhin ziemlich kalt an. Eine Anzeige zeigte 6 °C.
Nach dem Einkauf aßen wir auf einem Parkplatz, auf den genau ein Wohnmobil passte, zu Mittag. Wir hatten schon überlegt, wo wir parken könnten, und einen österreichischen Camper auf diesem Parkplatz beneidet. Praktischerweise fuhr er genau in dem Moment weg, als wir unsere Einkäufe verstaut hatten. Wir hatten eine schöne Fernsicht übers Meer auf mehrere Gletscher. Auf einer Sandbank weit draußen entdeckte ich drei Seehunde. Mit bloßem Auge waren sie kaum zu erkennen. Nur ihre typische gewölbte Haltung verriet sie und der Zoom bestätigte den Verdacht.
Campingplatz
Nach dem Mittagessen fuhren wir weiter zum Víking Cafe. Dort ist ein Campingplatz angeschlossen. Wenn man auf dem Campingplatz übernachtet, ist der Eintritt zur Landzunge Stokksnes inklusive. Vor dem Café gibt es einen Schotterparkplatz mit vier Stromanschlüssen. Wir fragten im Café, wie das funktioniert, wenn wir jetzt nochmal wegfahren. Dabei wurde uns gesagt, dass es ein Stück den Hügel hinauf noch einen Platz ebenfalls mit vier Stromanschlüssen gibt. Da man nicht reservieren kann, konnte man uns aber keinen der Plätze garantieren. Deshalb beschlossen wir unser Wohnmobil direkt abzustellen und zu Fuß auf Stokksnes zu gehen. Im oberen Bereich hing ein Auto am Strom, als wir ankamen, fuhr aber kurz danach nach unten. Wir vermuten, weil es hier oben sehr windig war oder weil die Sanitäranlagen unten viel näher sind.
Stokksnes und Vestrahorn
Zu Fuß muss man ebenfalls Eintritt zahlen. Wir scannten an der Schranke unseren QR-Code und gingen los. Für morgen haben wir übrigens auch noch einen QR-Code bekommen, falls wir nochmal rein möchten. Der Weg zu den Aussichtspunkten ist eine Schotterpiste. Einige Autos fuhren so schnell an uns vorbei, dass es ordentlich staubte. Der Wind hatte aber eine gute Richtung. Auf unserer linken Seite hatten wir die ganze Zeit das Vestrahorn im Blick. Leider steht vor dem Berg an einer Stelle ein Haus. Daneben parkten einige Autos und ein Bagger. Ein Container stand auch noch irgendwo. Das passte alles so gar nicht ins Bild. Deshalb versuchte ich mit den grasbewachsenen schwarzen Sandhügeln alles zu verstecken. Das galt auch für einige Personen, die auf dem Strand herumliefen.
Am letzten Aussichtspunkt konnte man das Vestrahorn dann mit Lupinen im Vordergrund fotografieren. Auch hier war aber leider wieder die Sicht gestört. Ein Parkplatz war im Weg, sodass nur die Spitze des Berges frei war.
Nachdem wir einige Fotos gemacht hatten, gingen wir zurück zum Campingplatz.
Campingplatz
Unser Wohnmobil stand weiter ganz alleine im oberen Bereich. Die Duschen öffneten erst um 18 Uhr, weshalb wir noch etwas warten mussten. Es gibt auch genau zwei Stück, was wir für sehr wenig halten. Wir hatten aber Glück und mussten nicht warten. Nach und nach bekamen wir jetzt auch einige Nachbarn.















