Du betrachtest gerade Island 2026 Tag 6: Fjaðrárgljúfur und Fjallsjökull/Fjallsárlón
Fjallsjökull und Fjallsárlón

Die ganze Nacht über hatte es gegossen, und als wir aufstanden, regnete es noch immer leicht. Während wir frühstückten, hörte es langsam auf. Wir waren relativ optimistisch, weil ab 9 Uhr Sonne vorhergesagt war. Als wir losfuhren zum Fjaðrárgljúfur, war es noch komplett grau. Die Fahrt war nur kurz. Den Parkplatz mussten wir mal wieder mit der Parka App bezahlen.

Fjaðrárgljúfur

Den ersten Blick auf den Canyon hatte man von einer Brücke am unteren Ende der Schlucht. Mit dem noch immer grauen Himmel sahen die ersten Bilder nach nichts aus. Wir hatten allerdings Hoffnung auf einen blauen Himmel, da es immer heller wurde. Praktisch war auch, dass es gut markierte und mit Seilen begrenzte Wege gab. Wenn man noch wie früher – vor dem durch ein Musikvideo von Justin Bieber ausgelösten Hype – überall hätte herumklettern können, hätte ich kein Foto ohne Menschen bekommen. So ging das ziemlich gut. Auf dem Hinweg erkundigte ich alle Aussichtspunkte und machte schon mal provisorische Bilder.

Als wir fast oben ankamen, entdeckten wir die ersten blauen Flecken am Himmel. Am Ende der Schlucht gab es einen Wasserfall. Auf dem Rückweg ging ich nochmal zu den besten Punkten und machte neue Bilder, diesmal mit blauem Himmel und ein paar weißen Wolken.

Der Unterschied war echt riesig.

Insgesamt hat uns der Canyon ziemlich gut gefallen. Wir hatten ursprünglich gar keine so großen Erwartungen an ihn gehabt. Als wir wieder zurück am Parkplatz waren, checkten wir nochmal die Wettervorhersage. Eigentlich hatten wir geplant noch zum Svínafellsjökull ein paar Kilometer hinter unserem nächsten Campingplatz in Skaftafell zu fahren. Da wir aber noch sehr früh dran waren, überlegten wir etwas Zeitaufwändigeres zu machen. Diamond Beach und Jökullsárlón schien uns etwas zu weit und zu lang, aber Fjallsjökull und Fjallsárlón hielten wir für einen guten Kompromiss. Das Wetter sollte dort auch besser sein als in Skaftafell, wo es gerade regnen sollte.

Parkplatz mit Blick auf Gletscher

Wir beschlossen zunächst Richtung Skaftafell zu fahren, dann dort in der Gegend auf einem Rastplatz zu Mittag zu essen und anschließend endgültig zu entscheiden. Während der Fahrt wurde es immer dunkler, blieb aber trocken. Wir fanden einen kleinen Parkplatz ein paar Kilometer vor Skaftafell mit Blick auf drei Gletscher.

Da wir die dunklen Wolken über Skaftafell sahen und die Vorhersage unverändert geblieben war, hielten wir an unserem Plan mit Fjallsjökull und Fjallsárlón fest.

Baustelle mit Ampel und Pilot Car

Kurz hinter Skaftafell gerieten wir in unsere erste richtige Baustelle. Es gab eine Ampel und ein Schild auf Isländisch, dass man einem Pilot Car folgen soll. Das Konzept kennen wir ja schon aus anderen Ländern. Als wir ankamen, war die Ampel rot und wir sahen in der Ferne eine Kolonne vor uns herfahren. Kurz darauf setzte sich eine Kolonne in unsere Richtung in Bewegung. Als sie bei uns ankam, fuhr das Pilot Car seitlich ran und wendete, nachdem die Kolonne durch war. Auf dem Pilot Car selbst stand die Aufforderung zum Folgen auf Isländisch und Englisch. Es führte uns über losen Split vorbei an Walzen durch die Baustelle.

Einige Kilometer später mussten wir zum ersten Mal für Schafe bremsen. Eine Mutter war mit zwei Jungen nah an der Straße und in Richtung Straße unterwegs. In letzter Sekunde entschieden sie sich aber doch noch umzudrehen. Außerdem kamen wir an einem Nistplatz für Vögel vorbei. Ein Schild warnte davor. Und tatsächlich flogen auf ein paar hundert Metern jede Menge Vögel über die Straße. Kurz vor unserem Ziel sahen wir noch einen weiteren Gletscher und auch einen Parkplatz ein Stückchen von der Straße entfernt. Wenn an der Einfahrt nicht schon direkt Kameras und ein Parka-Schild zu sehen gewesen wären, hätten wir vielleicht noch kurz dort gehalten.

Fjallsjökull und Fjallsárlón

Auch einen unserer beiden markierten Parkplätze an Fjallsjökull und Fjallsárlón ließen wir aus dem gleichen Grund zunächst links liegen. Am zweiten Parkplatz, den wir für den Hauptparkplatz hielten, erwarteten wir eigentlich auch bezahlen zu müssen und wollten dort herausfinden, ob man vielleicht ein Ticket für beide Parkplätze gemeinsam bekommt, wie gestern bei Dyrhólaey. Erstaunlicherweise mussten wir aber gar nichts zahlen.

Wir starteten bei strahlendem Sonnenschein und 13 °C sogar kurz ohne Jacke. Sobald wir in den Wind kamen, mussten wir unsere Jacken aber doch wieder anziehen und später sogar noch Schal und Mütze dazu. Man konnte dort eine kleine Runde gehen. Zunächst hatte man einen leicht erhöhten Blick auf den Gletscher und die Lagune.

Dann kam man noch hinunter bis ans Wasser und an schwimmende Eisblöcke.

Viel los war hier zum Glück nicht, sodass wir gut fotografieren konnten. Von den erhöhten Positionen hatten wir hier und da ein Schlauchboot im Bild, aber die waren so weit weg, dass sie nicht störten. Wir probierten noch hinüber zum anderen Parkplatz zu kommen, weil wir etwas von einer Brücke gelesen hatten. Leider gab es die aber nicht (mehr). Wir versuchten zu peilen, wie die Sicht von der anderen Seite sein könnte und ob es sich lohnen würde noch dorthin zu fahren. Bis wir zurück am Parkplatz waren, hatte sich das Thema aber sowieso erledigt, da es schon recht spät war. Wir checkten zur Sicherheit nochmal kurz die Windvorhersage, da der Wind immer mehr aufgefrischt hatte. Er war aber noch im grünen Bereich bei 12 bis 13 m/s. Ab 15 m/s sollen wir nicht mehr fahren.

Auf dem Rückweg hielten wir noch kurz an einem Gletscher, den wir vom Hringvegur aus sahen. Im Nachhinein recherchierten wir, dass es sich um den Kvíárjökull handelte. Am Parkplatz hatten wir Gesellschaft von ein paar Schafen. Theoretisch hätte man auch noch zum Gletscher hinlaufen können, aber aufgrund der fortgeschrittenen Zeit betrachteten wir ihn nur aus der Ferne.

Unsere Baustelle vom Hinweg war inzwischen gewandert. Wir hatten aber diesmal Glück und keine rote Ampel. Als wir uns Skaftafell näherten, fing es leicht an zu regnen. Wir denken, wir haben heute richtig entschieden. Bis wir am Campingplatz ankamen hatte es schon wieder aufgehört zu regnen. Unser Campingplatz ist wieder sehr groß, aber nicht so voll wie in Vík. Wir haben einen Platz ohne direkte Nachbarn gefunden und die Sanitäranlagen sind gut.

Irgendwo bin ich gestern oder heute von Moskitos erwischt worden. Ich habe mehrere Stiche. Gestern auf dem Campingplatz hatten wir ganz kleine Viecher ähnlich wie Midges gesehen. Vielleicht waren sie es. Auf jeden Fall kam mein Stichheiler mal wieder zum Einsatz.

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