Für heute war endlich mal gutes Wetter vorhergesagt. Deshalb hatten wir uns einen frühen Wecker gestellt. Als wir aufwachten, regnete es noch, und leider begann der Tag dann auch etwas anders als geplant: Wir mussten zunächst den Arzt in Vík aufsuchen. Pünktlich als wir dort wegfuhren, hörte es langsam auf zu regnen.
Skógafoss
Wir machten uns sofort auf den Weg zum Skógafoss. Bis wir dort ankamen, war der Himmel auch strahlend blau. Wir gingen schnell das kurze Stück zum Wasserfall. Wie erwartet waren dort schon einige Leute unterwegs, aber es war mit etwas Abwarten noch möglich freie Perspektiven zu bekommen. Der Wasserfall ist wieder ganz anders als die bisherigen beiden.
Beim Fotografieren wurde ich von einem Landsmann angesprochen, der fragte, ob ich Langzeitbelichtungen mache. Als ich das bejahte, wollte er Details wissen. Er war sehr interessiert und probierte es mit seinem Smartphone. Ich dachte im ersten Moment, lass ihn mal machen, da kann nicht viel bei rauskommen, und wurde dann sehr positiv überrascht vom Ergebnis. Ich hätte echt nicht damit gerechnet, dass eine Langzeitbelichtung mit Smartphone aus der Hand geschossen irgendwas werden kann. Daraufhin probierte ich es auch mit meinem. Wenn es mal nicht möglich ist ein Stativ aufzubauen, z.B. weil es zu nass oder zu eng ist, kann das ganz praktisch sein. Auf dem Display des Smartphones war das Ergebnis echt gut. Der Effekt ist für meinen Geschmack etwas zu extrem, aber wirklich nicht schlecht. Ich bin gespannt, wie das auf größeren Bildschirmen aussieht.
Als ich mit den Langzeitbelichtungen fertig war, kletterte ich über ein paar Steine um eine Ecke, um noch etwas näher an den Wasserfall zu kommen. Das ist hier erlaubt. Sonst hätte ich das natürlich nicht gemacht. Diese Ecke hatte sich bei den vorherigen Bildern schon als ganz praktisch erwiesen, weil sie einige Leute verdeckte, die näher am Wasserfall waren. Nur wenn jemand sehr mittig vorm Wasserfall stand oder wenn jemand gerade um die Ecke ging, war er im Bild.
Sobald man um die Ecke herum war, wurde man nass vom Wasserfall. Bei dem sonnigen und mit 13 °C auch wärmeren Wetter heute war das nicht schlimm. Ich machte nur einige Bilder mit dem Smartphone, da meine Kamera und mein Objektiv nicht wasserfest sind. Wie praktisch, dass wir gerade herausgefunden hatten, dass Langzeitbelichtungen mit dem Smartphone ganz brauchbar sind. Andere Landsleute waren so nett auch ein Bild von mir zu machen. Ich revanchierte mich natürlich und machte ebenfalls Bilder von ihnen.
Abschließend ging ich noch den Weg seitlich am Wasserfall entlang hoch. Dabei waren einige Treppenstufen zu bewältigen, aber die Anstrengung lohnte sich. Von oben sah man einen Regenbogen vor dem Wasserfall.
Als ich wieder unten war, ging ich noch ein Stück am Fluss entlang. Von hier hat man eigentlich die beste Perspektive, aber immer Leute im Bild. Ich machte trotzdem einige Bilder, bei denen ich den unteren Teil des Wasserfalls abschnitt, und ein Bild mit Menschen, nur um die Situation festzuhalten. Oben rechts sieht man die Aussichtsplattform, in der Mitte am rechten Rand die Ecke, von der ich fotografiert hatte. Ich muss wirklich irgendwann spät abends oder früh morgens nochmal hierher kommen, um auch ein schönes Foto aus dieser Perspektive machen zu können.
Kvernufoss
Nach dem Mittagessen fuhren wir dann das kurze Stück zum Kvernufoss. Wären wir alle fit gewesen, wären wir vermutlich die 1,3 Kilometer pro Weg zum anderen Parkplatz gelaufen um Parkgebühren zu sparen. Auf beiden Parkplätzen zahlt man nämlich einen Tagespreis mit der Parka App.
Der Weg zum Kvernufoss verlief durch eine schöne Schlucht und auch der Wasserfall selbst lag sehr schön. Leider hatte ich wieder das übliche Problem, dass ich nicht alle Perspektiven, die ich gerne fotografiert hätte, ohne Leute im Bild bekommen konnte. Einige gelangen mir aber.
Ähnlich wie beim Seljalandsfoss kann man auch hier hinter den Wasserfall gehen, aber nicht ganz herum, sondern nur ein Stück.
An der ein oder anderen Stelle musste ich auch warten, bis ein Shooting beendet war. Eine Gruppe von fünf Personen kam kurz nach uns am Wasserfall an. Eine Person wechselte ihre Schuhe und posierte dann in Stiefeln vor dem Wasserfall. Die anderen vier wirbelten um sie herum und machten Fotos und Videos mit mehreren Kameras.
Reynisfjara
Als letzten Stopp des Tages wählten wir den schwarzen Strand von Reynisfjara mit den Felsen Reynisdrangar. Auch hier mussten wir den Parkplatz wieder mit Parka bezahlen. Wir checkten noch die Wellenvorhersage, da es dort oft gefährliche Sneaker Waves gibt. Heute waren keine allzu hohen Wellen vorhergesagt. Beim Fotografieren passte ich trotzdem besonders auf nicht zu nah ans Wasser zu gehen. Einige Leute schienen die Warnungen vor den Wellen nicht zu interessieren. Ich sah mehrere Kinder nah am Wasser spielen, Leute nah am Wasser fotografieren und eine Person stand sogar mit den Füßen im Wasser. Wenn doch mal eine höhere Welle kam, rannten immer einige Leute. Abgesehen von der Höhle Hálsanefshellir konnte man ganz gut fotografieren ohne Menschen im Bild zu haben und ohne zu nah am Wasser zu sein.
Die Basaltsäulen aus erkalteter Lava lieferten auch hübsche Motive für einige Detailaufnahmen.
Campingplatz
Als Campingplatz hatten wir uns wieder Vík ausgesucht, da wir morgen nochmal in der Gegend unterwegs sein werden. Heute waren wir etwas früher dran und bekamen noch einen Platz etwas näher am Stromanschluss.
Durch die späte Ankunft gestern waren wir auch gar nicht mehr duschen gegangen. Heute testeten wir die Duschen. Auf den ersten Blick sahen sie, wie auch die WCs, sehr gut aus. In der Praxis waren sie aber nicht durchdacht. Es gab einen Vorraum mit Automaten zum Bezahlen und Starten der Duschen. Die Duschen gingen direkt an, wenn man die Münzen eingeworfen hatte, und liefen genau 5 Minuten. Eine Möglichkeit ein Handtuch an der Dusche aufzuhängen gab es nicht. Schade, da die Anlagen sonst wirklich gut und sehr sauber waren. Wir sahen auch mehrmals jemanden, der Waschbecken und Toiletten putzte.
Das System für Waschmaschine und Trockner war ebenfalls etwas kompliziert. Man musste an der Rezeption zahlen und dann kam jemand mit, sperrte den Raum auf, startete die Maschine und nannte uns eine Endzeit. Zu der Zeit mussten wir uns dann wieder an der Rezeption melden um die Prozedur zum Umladen von der Waschmaschine in den Trockner zu wiederholen. Und als der Trockner fertig war, dann nochmal das gleiche Spiel.





















