Leider lag die Vorhersage heute schon wieder richtig und es regnete noch immer, als wir aufwachten. Trotzdem machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zur anderen Seite des Canyons. Gut, dass wir uns entschieden hatten nicht an der Brücke zu parken, sondern bis zum offiziellen Parkplatz weiter zu fahren. Die Straße war locker machbar mit einen Wohnmobil. Als wir vom Parkplatz starteten, regnete es nur leicht.
Stuðlafoss
Direkt am Parkplatz liegt der Stuðlafoss Wasserfall. Er erinnert ein bisschen an den Svartifoss, weil er auch säulenförmiges Gestein um sich herum hat.
Stuðlagil
Pünktlich, als wir an den Aussichtspunkten ankamen, begann es erneut ordentlich zu schütten. Wie wir es schon gewohnt sind, war es wieder fast unmöglich Fotos ohne Leute und ohne Aussichtsplattformen zu machen. Fürs Auge ist der Canyon ganz schön, aber gute Fotos kann man vermutlich nur bei besserem Wetter und nachts machen.
Da der Regen nicht nachließ, blieben wir nicht allzu lange. Zurück am Wohnmobil beeilten wir uns etwas, weil wir auf unserer Strecke eine Brücke hatten, an der es aktuell Bauarbeiten gibt. Dafür wird die Brücke tagsüber gesperrt und nur zwischendurch zu festen Zeiten geöffnet. Eigentlich sollten die Arbeiten vor ein paar Tagen beendet sein, aber es gab wohl Verzögerungen. Auf der Website des Straßenverkehrsamtes wurde jetzt Ende Juni genannt. Bis gestern war auch auf der interaktiven Karte die Sperrung verzeichnet. Heute nicht mehr. Das wunderte uns etwas. Wir überlegten, ob sie vielleicht bei dem Mistwetter nicht arbeiten können. Da wir nicht sicher waren, ob die Brücke wirklich dauerhaft offen ist, peilten wir die Öffnung von 12 bis 13 Uhr an. Laut Navi sollte das zu schaffen sein.
Nach einigen Kilometern begannen wir allerdings daran zu zweifeln, da wir wieder in dichten Nebel fuhren und nur langsam voran kamen. Etwas komisch war, dass heute auf der interaktiven Karte vor Nebel gewarnt wurde, wo wir ihn gestern und vorgestern hatten. Wenn unser Nebel noch keine Warnung wert war und er dort heute wirklich noch schlimmer war, sind wir heilfroh nicht erst heute dort zu sein. Der Nebel auf unserer heutigen Strecke war auch nicht eingezeichnet. Er war allerdings auch nicht ganz so schlimm wie vorgestern.
Als wir aus dem Nebel herauskamen, waren wir noch immer knapp in der Zeit. Und tatsächlich kamen wir ein paar Minuten vor 13 Uhr an der Brücke an. Die Schilder für die Sperrung und die Öffnungszeiten standen noch. Von Arbeitern war aber nichts zu sehen. Kurz nach der Brücke hielten wir dann auf einem Parkplatz zum Mittagessen.
Grjótagjá
Da es noch sehr früh war, fuhren wir anschließend noch zur Grjótagjá Höhle, die eigentlich erst in ein paar Tagen auf dem Programm stand. Wir hatten Glück, dass gerade kein Reisebus dort war. Der kleine, noch kostenlose Parkplatz war trotzdem so gut wie voll. Wir fanden mit Mühe eine Lücke.
Die Höhle ist auch sehr klein und der Weg hinunter eng. Vor uns waren nur wenige Leute in der Höhle. Eine ältere Dame traute sich nicht hinunter zu klettern und wollte mich vorbeilassen. Sie hantierte aber mit ihrem Smartphone herum und schien ganz traurig zu sein kein Foto machen zu können. Ich bot ihr an kurz mit ihrem Smartphone runter zu klettern und ein paar Bilder zu machen. Das Angebot nahm sie dankend an. Anschließend wartete ich noch kurz bis eine Gruppe Franzosen aus dem Bild waren und konnte dann tatsächlich einige Fotos ohne Leute drauf machen.
Früher konnte man in der Höhle wohl baden. Wäre das heute noch erlaubt, wären wir gar nicht her gekommen. Ich hatte sowieso schon Sorgen, da anscheinend Szenen aus Game of Thrones hier gedreht wurden und solche Orte dann ja immer total überlaufen sind. Diesmal wurde ich aber positiv überrascht.
Als ich aus der Höhle kam, parkte gerade ein großer Reisebus. Für die nächste halbe Stunde hätte man vermutlich keine Chance gehabt in die Höhle zu kommen.
Wir fuhren die Straße weiter entlang zu unserem Campingplatz. Nach wenigen Metern hörte der Asphalt auf und wir waren auf einer kleinen kurvigen Schotterstraße. Hätten wir das geahnt, wären wir vermutlich anders herum zum Campingplatz gefahren. Eine Gruppe Schafe war auch nicht begeistert, dass wir dort entlang wollten. Anstatt mal kurz zur Seite zu gehen, liefen die Schafe immer weiter vor uns her.
An der einen Hälfte kamen wir irgendwann vorbei. Dann mussten wir für die zweite Hälfte wieder stehenbleiben. In der Zeit lief die erste Hälfte auch wieder vor unser Wohnmobil. Irgendwann entschieden sie sich dann doch für die Seite, da noch ein Auto entgegen kam.
Campingplatz
Am Campingplatz Vogar angekommen schauten wir uns zunächst alles genau an, da wir wussten, dass es noch zwei weitere Campingplätze im Ort gibt. Auf dem Platz stand schon ein gutes Dutzend niederländische VW-Busse. Es hätte zwar noch Plätze zwischen ihnen gegeben, aber das sagte uns nicht so zu. Deshalb fuhren wir weiter zum nächsten. Der Campingplatz Bjarg lachte uns durch seine Lage direkt am Mývatn schon von der Straße aus an. Bei dem Regen gefiel es uns auch gut, dass die Parkflächen asphaltiert sind und wir keine Angst haben müssen uns auf einer matschigen Wiese festzufahren. Da wir noch sehr früh dran waren, hatten wir freie Platzwahl und fanden einen, von dem wir von unserer Essecke über eine große Wiese für Zelte auf den See schauen. Auf der anderen Seite werden wir vermutlich noch direkte Nachbarn bekommen, aber das stört uns dann nicht.
Auch die Sanitäranlagen sehen ganz ordentlich aus. Einziger Nachteil ist, dass es keine Möglichkeit zur Entsorgung gibt.









