Als wir aufwachten, war es endlich mal wieder trocken. Die Vorhersage besagte aber für den Tag nichts Gutes. Wir beeilten uns nach dem Frühstück schnell loszukommen um die trockene Phase noch ausnutzen zu können. Zum ersten Mal ging die Frostwarnleuchte in unserem Wohnmobil an. Wir fuhren auf der Westseite des Jökulsá á Fjöllum entlang. Am liebsten wären wir heute auf der Westseite gefahren und in zwei Tagen dann auf der Ostseite zurück. Unsere Recherchen hatten aber schon ergeben, dass die Ostseite wohl nicht für Wohnmobile geeignet ist. Unser Vermieter hatte uns das bestätigt und die interaktive Karte zeigte diesen Abschnitt gestrichelt und mit dem Kommentar „Mountain vehicles“ an. Deshalb werden wir wohl zwei Mal die gleiche Strecke fahren. Vielleicht haben wir auf dem Rückweg ja mehr Glück mit dem Wetter. Heute fing es nämlich pünktlich zu unserer Ankunft am Dettifoss wieder an zu regnen.
Dettifoss
Der Parkplatz war noch ziemlich leer und es gab sogar extra große Parkplätze für Wohnmobile. Wir packten uns wieder dick und wasserfest ein. Die Rucksäcke ließen wir im Wohnmobil. Meine Kamera verpackte ich in der Regenschutzhülle. Wir gingen zunächst zum Dettifoss und arbeiteten uns dann flussaufwärts vor.
Wenn nicht einige Wegstücke gesperrt gewesen wären, hätten wir die ganze Zeit am Fluss entlang gehen können. So mussten wir einige Umwege gehen. Für die Fotos war das aber gar nicht so schlecht, da man endlich mal Winkel finden konnte, bei denen man keine Leute im Bild hatte. Im Vorfeld hatte ich auch Angst die Leute vom anderen Ufer im Weg zu haben, aber das waren nur so wenige, dass sie sich gut umgehen ließen.
Selfoss
Vom letzten Aussichtspunkt des Dettifoss konnte man direkt weiter zum Selfoss gehen. Der war zwar bei weitem nicht so groß und spektakulär wir der Dettifoss, sah aber in der Landschaft sehr hübsch aus. Leider war das letzte Wegstück gesperrt, sodass wir ihn nur aus einer gewissen Entfernung betrachten konnten.
Wäre der Regen nicht gewesen, hätte ich vermutlich nochmal Langzeitbelichtungen mit Stativ gemacht. So mussten normale Fotos mit der Kamera und ein paar Langzeitbelichtungen mit dem Smartphone reichen. Ich bin seit dem Experiment am Skógafoss echt sehr zufrieden mit dem, was mein Smartphone da hinbekommt. Gerade bei so miesem Wetter oder bei viel Gewusel ist es einfacher ein Smartphone ein paar Sekunden ruhig zu halten als einen Platz für ein Stativ zu finden, wo man nicht ständig im Weg steht und angerempelt wird.
Die beiden Wasserfälle gefielen uns so gut, dass schon Mittagessenszeit war, bis wir wieder zurück am Wohnmobil waren. Der Parkplatz war inzwischen sehr voll. Und es gab jede Menge PKWs, die auf den Plätzen für die Wohnmobile standen. Die PKW-Fahrer hätten durchaus erkennen können, dass diese Plätze nicht für sie gedacht waren, die Markierungen hätten aber auch noch deutlicher sein können.
Ursprünglich hatten wir überlegt entweder noch vom Dettifoss zum Hafragilsfoss zu wandern oder zum Parkplatz am Hafragilsfoss zu fahren. Die Wanderung strichen wir für heute aufgrund des Wetters. Wir hatten den Anfang des Wegs gesehen und er führte wie schon einige Wegstücke am Dettifoss über rutschige Felsen. Die Abzweigung zum Parkplatz hatten wir auf dem Hinweg zum Dettifoss auch gesehen. Sie sah nicht so wirklich für Wohnmobile geeignet aus.
Papageientaucher
Deshalb fuhren wir weiter Richtung Nordküste. Dort hatte ich zwei Aussichtspunkte nicht der Aussichten wegen markiert, sondern weil ich gelesen hatte, dass es dort Papageientaucher gibt. Die wollten wir uns natürlich trotz des immer noch anhaltenden Regens nicht entgehen lassen.
Am ersten Aussichtspunkt, dem Cliff Viewpoint, lief ich ein Stück an den Klippen entlang. Man konnte aber immer nur kleine Teile von seitlich oben einsehen. Vermutlich befanden sich unter uns jede Menge Papageientaucher, die wir nicht sehen konnten. An einer Stelle fand ich zwei, ein Stück weiter eine kleine Gruppe von fünf bis sechs. Die Zahl änderte sich immer, da welche in den nicht einsehbaren Bereich verschwanden oder aufs Meer hinaus flogen und irgendwann wieder zurück kamen. Noch ein Stück weiter fand ich noch eine solche Gruppe. Insgesamt waren sie aber nicht allzu aktiv.
Wir fuhren weiter zum nächsten Punkt, dem Öxarfjörður Viewpoint. Dort trafen wir auf eine ganze Kolonie, die man von seitlich oben viel besser einsehen konnte. Sie waren etwas weiter weg als in Hafnarhólmi, aber dafür bewegten sie sich in sehr ansprechender Umgebung. In Hafnarhólmi waren die Papageientaucher auf der windabgewandten Seite fast alle auf Gras. Hier saßen einige sehr dekorativ auf Felsvorsprüngen.
Campingplatz
Nachdem wir auch hier noch ausgiebig fotografiert hatten, fuhren wir weiter zum Campingplatz. Wir schauten uns erst einen kurz vor Húsavík an, der sehr gut bewertet war. Uns lachte er aber so gar nicht an. Bei schönem Wetter und wenn man keinen Strom braucht, kann er ganz ok sein, falls die Sanitäranlagen innen anders aussehen als die Gebäude von außen. Die Stromanschlüsse waren aber direkt an sehr heruntergekommen Gebäuden. Deshalb fuhren wir weiter nach Húsavík.
Der Campingplatz machte direkt einen besseren Eindruck. Nur leider hatten einige Wohnmobile es sich einfach und bequem gemacht und nicht an andere Gäste gedacht. Statt auf die nassen Rasenflächen hatten sie sich auf die geschotterten Zufahrtswege gestellt und damit mehrere Plätze mit Möglichkeit zum Stromanschluss blockiert. Wäre der Betreiber des Campingplatzes tagsüber anwesend, hätte er vielleicht eingegriffen. Er kam aber erst um 19 Uhr und unternahm nichts mehr. Wir fanden noch einen Platz auf einer der Rasenflächen, von dem aus unser Kabel so gerade bis zum Stromkasten reichte. Wir schauen direkt auf den örtlichen Fußballplatz.
Einige nach uns parkten kreuz und quer, um noch irgendwie an Strom zu kommen. Einer parkte auch einen der dumm parkenden zu. Ob in Absprache oder nicht, wissen wir nicht.
Abends auf dem Weg zu den Sanitäranlagen entdeckten wir einen grauen Fleck an der Außenseite eines Wohnmobils und es qualmte leicht. Da am Wohnmobil alles verriegelt war, informierten wir den Herrn an der Rezeption. Er stimmte sofort zu, dass das nicht gut aussah. Als er bei dem Wohnmobil ankam, war auch der Besitzer draußen. Was tatsächlich los war, erfuhren wir nicht mehr, aber wir waren beruhigt, dass sich jemand kümmerte.
Jetzt hoffen wir, dass es morgen wie angekündigt endlich wieder trocken und sonnig wird. Wir hatten für 9:45 Uhr eine Waltour gebucht. Da die Vorhersage im Laufe des Tages immer besser wird, hatten wir heute Morgen noch auf 13:15 Uhr umgebucht. Leider haben wir eine E-Mail vom Veranstalter der Tour erhalten, dass die Sichtungen in letzter Zeit etwas unregelmäßiger als üblich waren. Werbung machen sie mit 95 bis 97 Prozent Erfolgsquote. Jetzt hoffen wir zusätzlich zum guten Wetter noch auf eine Sichtung.
















